Die weltweite Automobilbranche konnte im vergangenen Jahr leicht wachsen – doch die deutschen Hersteller haben dabei den Anschluss verloren. Während japanische und amerikanische Konzerne Umsätze und Gewinne steigerten, verzeichneten Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW deutliche Rückgänge.
Deutschland verliert Marktanteile
Laut einer aktuellen Studie stiegen die Umsätze der 16 größten Autokonzerne weltweit um 1,6 Prozent. Besonders stark legten japanische Unternehmen mit einem Zuwachs von 7,8 Prozent sowie amerikanische Hersteller mit einem Plus von 5,7 Prozent zu.
Die deutschen Konzerne hingegen mussten einen Umsatzrückgang von 2,8 Prozent hinnehmen. Besonders schlecht schnitten dabei Mercedes-Benz mit einem Minus von vier Prozent und BMW mit einem Rückgang von acht Prozent ab. Volkswagen konnte mit einem Wachstum von einem Prozent immerhin leicht zulegen, blieb jedoch hinter vielen Wettbewerbern zurück.
Gewinneinbrüche bei deutschen Autobauern
Noch deutlicher fiel der Unterschied bei der Gewinnentwicklung aus. Während Suzuki mit einem Anstieg von 39 Prozent und General Motors mit einem Plus von 32 Prozent an der Spitze lagen, stürzten die deutschen Hersteller ab:
- Volkswagen verlor 15 Prozent,
- Mercedes-Benz verzeichnete ein Minus von 31 Prozent,
- BMW erlitt einen Gewinneinbruch von 38 Prozent.
Damit konnten die deutschen Unternehmen nicht mit der Konkurrenz aus Asien und den USA mithalten. Stellantis, der Konzern hinter Marken wie Peugeot, Fiat und Chrysler, schnitt mit einem dramatischen Gewinneinbruch von 84 Prozent am schlechtesten ab.
Wettbewerbsdruck und Herausforderungen
Die Gründe für die schwache Entwicklung der deutschen Automobilindustrie sind vielfältig. Während die Konkurrenz verstärkt auf kosteneffiziente Produktionsprozesse setzt, kämpfen deutsche Hersteller mit hohen Kosten und einem schleppenden Wandel zur Elektromobilität.
Zudem könnte die Lage für die deutschen Autobauer bald noch schwieriger werden. Die US-Regierung plant neue Handelszölle, die sich direkt auf Exporte aus Europa auswirken könnten. Sollte es zu diesen Maßnahmen kommen, wären vor allem die deutschen Premiumhersteller betroffen.
Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen die deutschen Autobauer dringend ihre Marktstrategien anpassen. Der Rückstand gegenüber der Konkurrenz wächst – und die Zeit, um aufzuholen, wird immer knapper.