Neue Gespräche in Riad: Einigung über das Schwarze Meer

Neue Gespräche in Riad: Einigung über das Schwarze Meer

USA vermitteln zwischen Russland und der Ukraine

Nach monatelangen Spannungen um das Schwarze Meer hat die US-Regierung in getrennten Gesprächen mit Russland und der Ukraine eine Einigung erzielt. Die Verhandlungen fanden in Saudi-Arabien statt und hatten das Ziel, eine sichere Schifffahrt zu ermöglichen und Gewalt in der Region zu vermeiden.

Die getroffenen Absprachen sehen jedoch keinen offiziellen Waffenstillstand vor, sondern konzentrieren sich auf praktische Maßnahmen zur Deeskalation.

Handel und Energieinfrastruktur im Fokus

Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Sicherung von Handelswegen. Um eine wirtschaftliche Stabilisierung zu fördern, sagten die USA Russland zu, dessen Agrar- und Düngemittelexporte auf den Weltmarkt zurückzubringen.

Gleichzeitig verpflichtete sich Washington gegenüber der Ukraine, sich für einen Gefangenenaustausch einzusetzen. Zudem sollen Angriffe auf Energieanlagen in der Region vermieden werden.

Ukraine sieht Vereinbarung mit Vorbehalten

Die ukrainische Regierung äußerte sich vorsichtig optimistisch. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte: „Wir gehen in die richtige Richtung, aber es ist zu früh für eine endgültige Bewertung.“

Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow betonte, dass die Ukraine jegliche russische Schiffsbewegung im westlichen Schwarzen Meer als Provokation ansehen werde. Sollte Russland gegen den „Geist der Vereinbarung“ verstoßen, behalte sich Kiew das Recht auf militärische Reaktion vor.

Russlands Bedingungen: Keine Sicherheit ohne Sanktionsabbau

Die russische Regierung veröffentlichte ihrerseits eine Zusammenfassung der Gespräche und stellte klar, dass der Verzicht auf Gewalt erst in Kraft treten werde, wenn bestimmte Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden.

Interessanterweise findet sich diese Bedingung nicht in der US-amerikanischen Version der Einigung, was auf anhaltende Differenzen zwischen beiden Seiten hindeutet.

Hintergrund: Intensive Verhandlungen in Saudi-Arabien

Die Gespräche zwischen den USA und Russland zogen sich über mehr als zwölf Stunden hin, bevor die ukrainische Delegation am folgenden Tag in die Verhandlungen einbezogen wurde.

Der US-Sondergesandte Keith Kellogg beschrieb die Vermittlungsstrategie als „Pendeldiplomatie“, bei der die USA die Standpunkte beider Seiten sondierten und einen Kompromiss aushandelten.

Ob diese Einigung zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Lage im Schwarzen Meer führt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Weitere Gespräche sind bereits geplant, um offene Fragen zu klären und eine langfristige Umsetzung der Vereinbarung sicherzustellen.

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