Staatshaushalt 2025: Defizit steigt trotz höherer Einnahmen

Staatshaushalt 2025: Defizit steigt trotz höherer Einnahmen

Erheblicher Anstieg des Staatsdefizits im Jahr 2025

Trotz einer positiven Entwicklung bei den Steuereinnahmen und Sozialbeiträgen hat der deutsche Staat im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 119,1 Milliarden Euro verzeichnet. Dies entspricht einer Verschlechterung um 3,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, als das Defizit noch bei 115,3 Milliarden Euro lag. Besonders der Bund hat mit einem Defizit von 79,6 Milliarden Euro den Großteil des Gesamtdefizits zu verantworten. Dies bedeutet eine Erhöhung von 18,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Einnahmen durch die hohen Sozialbeiträge und Steuereinnahmen gestiegen sind, wuchsen die Ausgaben des Staates stärker, was zu diesem Anstieg des Defizits führte.

Bundesländer verringern ihr Defizit

Im Gegensatz zum Bund konnten die Bundesländer ihre Defizite erheblich verringern. Ihr Finanzierungsdefizit sank im Jahr 2025 auf 9,8 Milliarden Euro, was eine deutliche Reduktion von über 50 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (2024: 21,6 Milliarden Euro). Auch die Sozialversicherung konnte ein Defizit von 1,7 Milliarden Euro erreichen, was im Vergleich zu den 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 einen erheblichen Rückgang darstellt.

Steigende Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen

Die Einnahmen des Staates stiegen im Jahr 2025 auf 2140,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders die Sozialbeiträge trugen mit einer Steigerung von 8,9 Prozent zur Erhöhung der Einnahmen bei. Auch die laufenden Steuereinnahmen wuchsen um 3,5 Prozent auf 1031,5 Milliarden Euro. Besonders die Mehrwertsteuer und die Einkommens- und Vermögensteuer verzeichneten einen Anstieg von 4,0 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent.

Ausblick auf die Neuverschuldung in den kommenden Jahren

Die deutsche Wirtschaft rechnet bereits mit einer zunehmenden Neuverschuldung in den kommenden Jahren. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert ein Defizit von 3,5 Prozent für das Jahr 2026, das sich 2027 auf 4,0 Prozent steigern könnte. Die steigenden Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität, unterstützt durch das neue Sondervermögen, sowie die erhöhten Verteidigungsausgaben sollen zu dieser Entwicklung beitragen. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Staat auch in den kommenden Jahren verstärkt in die Investitionen und in die Zukunftssicherung des Landes investieren wird.

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