US-Zollpläne verunsichern Börsen in Fernost

US-Zollpläne verunsichern Börsen in Fernost

Die Aussicht auf neue Handelsbarrieren durch die Vereinigten Staaten hat die wichtigsten Aktienmärkte Asiens deutlich belastet. Besonders in Japan, Südkorea und Hongkong kam es zu kräftigen Kursverlusten. Die Märkte reagieren damit auf eine mögliche protektionistische Wende der US-Politik.

Nikkei und Topix rutschen deutlich ab

In Tokio gab der Nikkei 225 um mehr als 4 Prozent nach und fiel unter die Marke von 36.000 Punkten. Auch der Topix-Index verlor über 3 Prozent. Damit erreichten beide Indizes ihre tiefsten Stände seit über zwei Monaten. Der Rückgang betrifft vor allem exportabhängige Unternehmen – darunter große Automobil- und Elektronikkonzerne.

Die Anleger befürchten weitreichende Zölle, die den globalen Warenverkehr empfindlich stören könnten. Schon kleinere Maßnahmen würden Japans Außenhandelsbilanz spürbar treffen, da die USA nach wie vor einer der wichtigsten Handelspartner sind.

Verluste auch in Seoul und Hongkong

In Seoul sank der südkoreanische Leitindex Kospi ebenfalls deutlich. Hier belastet vor allem die hohe Abhängigkeit von den US-Märkten und der wachsende Wettbewerb mit chinesischen Anbietern im Technologiebereich. Die Aktien großer Chip-Hersteller gaben teils um mehrere Prozent nach.

In Hongkong verlor der Hang Seng Index ebenfalls – wenngleich in geringerem Umfang. Auch hier wirkten sich die geopolitischen Spannungen negativ aus, hinzu kamen schwache Wirtschaftsdaten aus dem Immobiliensektor.

Chinas Börsen trotzen dem Trend

Etwas stabiler zeigten sich die chinesischen Börsenplätze. Der Shanghai Composite Index blieb nahezu unverändert, was von Marktbeobachtern als Zeichen staatlicher Stabilisierungspolitik gewertet wird. In Festlandchina gehen viele Anleger weiterhin von gezielten Unterstützungsmaßnahmen durch die Zentralregierung aus.

Unsicherheit bleibt hoch

Experten erwarten, dass die asiatischen Märkte auch in den kommenden Tagen nervös bleiben. Die geplante Ankündigung der US-Zollpolitik sorgt für große Verunsicherung, da über deren Umfang und Ausgestaltung bisher kaum etwas bekannt ist.

Viele Investoren setzen derzeit auf Liquidität oder defensive Branchen wie Versorger und Telekommunikation. Sollte es zu konkreten Maßnahmen der US-Regierung kommen, könnten die asiatischen Märkte erneut unter Druck geraten – mit möglichen globalen Auswirkungen.

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