Die japanische Schnellrestaurantkette Sukiya steht wegen eines massiven Hygienevorfalls im Zentrum öffentlicher Empörung. Nach dem Fund einer Ratte in einer Suppe hat das Unternehmen umfangreiche Maßnahmen ergriffen – ein Großteil der landesweiten Filialen bleibt vorerst geschlossen.
Der Vorfall mit weitreichenden Folgen
Ende März wurde in einer Filiale in der westjapanischen Präfektur Tottori ein unappetitlicher Vorfall publik: Ein Gast entdeckte eine Ratte in seiner Miso-Suppe. Das Video dazu verbreitete sich in Windeseile über soziale Netzwerke und führte zu breitem öffentlichen Aufschrei. Erst nach einiger Zeit bestätigte Sukiya das Geschehen – für viele Beobachter zu spät.
Fast zeitgleich wurde über einen weiteren Vorfall berichtet, bei dem ein Insekt in einem Gericht entdeckt wurde. Beide Fälle zusammen ließen Zweifel an der Einhaltung grundlegender Hygienevorschriften aufkommen.
Reaktion des Unternehmens: Reinigung auf breiter Front
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Sukiya kündigte die vorübergehende Schließung eines Großteils der über 2000 Restaurants in Japan an. Die Schließungen sollen genutzt werden, um sämtliche Räumlichkeiten zu reinigen, mögliche bauliche Schwachstellen zu beheben und die Mitarbeitenden für den Umgang mit Lebensmittelsicherheit zu sensibilisieren.
„Wir bedauern zutiefst, was geschehen ist“, erklärte das Unternehmen. „Unsere Gäste haben das Recht, von uns höchste Hygienestandards zu erwarten.“ Das betroffene Restaurant in Tottori bleibt bis auf Weiteres geschlossen, während an weiteren Standorten umfassende Maßnahmen eingeleitet wurden.
Ein Schwergewicht der Branche in Bedrängnis
Sukiya gilt als führende Kette für sogenannte Gyudon-Gerichte – preisgünstige Rindfleisch-Reis-Schalen, die in Japan seit Jahrzehnten zum Alltag gehören. Das Unternehmen wurde 1982 in Yokohama gegründet und hat sich vor allem durch günstige Preise, schnelle Bedienung und enge Zusammenarbeit mit Popkultur-Phänomenen wie Animes einen Namen gemacht.
Wettbewerber wie Yoshinoya oder Matsuya stehen in direktem Konkurrenzverhältnis, profitieren aber derzeit vom angeschlagenen Ruf des Marktführers. Ob sich die Marktverhältnisse nun verschieben, bleibt abzuwarten.
Bedeutung für das Verbrauchervertrauen
Der Verlust an öffentlichem Vertrauen ist bei einem Gastronomiebetrieb nur schwer wieder gutzumachen. Wer einmal mit einem solchen Skandal in Verbindung gebracht wurde, steht dauerhaft unter Beobachtung. Besonders problematisch für Sukiya ist, dass das Unternehmen stark von Laufkundschaft abhängig ist – und diese trifft Entscheidungen oft spontan und aus dem Bauch heraus.
Die Schließung der Filialen wird als notwendige, aber auch riskante Maßnahme gewertet. Sollte sich zeigen, dass grundlegende Probleme vorliegen, könnte dies langfristige Auswirkungen auf Umsatz und Expansion haben.
Der Vorfall rund um den Fund einer Ratte in einem Gericht hat die Restaurantkette Sukiya erschüttert und zu einer noch nie dagewesenen Reinigungsaktion geführt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein: Gelingt es dem Unternehmen, Vertrauen zurückzugewinnen – oder bleibt der Imageschaden bestehen?