Die traditionsreiche Rosenbrauerei Pößneck aus Thüringen hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen kämpft seit Längerem mit steigenden Produktionskosten und einem dramatischen Rückgang des Bierabsatzes. Nun soll der Erfurter Rechtsanwalt Rolf Rombach als Insolvenzverwalter versuchen, das Unternehmen zu retten.
Sinkender Bierkonsum trifft regionale Brauereien hart
Der Biermarkt in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Während 2015 jeder Deutsche durchschnittlich noch 102 Liter Bier pro Jahr konsumierte, waren es 2023 nur noch rund 88 Liter. Dieser Trend setzt vor allem kleinere, regionale Brauereien wie die Rosenbrauerei Pößneck erheblich unter Druck. Hinzu kommt ein harter Preiskampf mit großen Braukonzernen, die ihre Produkte oft deutlich günstiger anbieten können.
Produktionsstätte in Weimar bereits geschlossen
Die schwierige wirtschaftliche Lage der Brauerei zeichnete sich schon länger ab. Bereits Ende Januar wurde die Produktionsstätte in Weimar geschlossen. Das bekannte „Ehringsdorfer Bier“, das ursprünglich dort gebraut wurde, stellte die Rosenbrauerei seitdem in Pößneck her. Doch auch dieser Schritt konnte die finanzielle Situation nicht stabilisieren.
Hohe Kosten und geringe Nachfrage als Hauptprobleme
Die Kombination aus steigenden Produktionskosten und sinkender Nachfrage erwies sich als unüberwindbares Hindernis. „Der Rückgang des Bierkonsums in Deutschland trifft besonders regionale Brauereien“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes. Während die großen Hersteller durch Export und Massenproduktion stabil bleiben, können kleinere Brauereien oft nicht mithalten.
Insolvenzverwalter soll Zukunft der Brauerei sichern
Mit der Ernennung von Rolf Rombach als Insolvenzverwalter hofft die Rosenbrauerei Pößneck auf eine mögliche Rettung. Rombach gilt als erfahrener Sanierer, der bereits mehreren Unternehmen in schwierigen Situationen geholfen hat. Sein Ziel wird es sein, entweder einen Investor zu finden oder die Brauerei durch Restrukturierungen wieder auf Kurs zu bringen.
Tradition und Arbeitsplätze in Gefahr
Die Schließung der Rosenbrauerei wäre ein herber Verlust für die Region. Nicht nur die 158-jährige Tradition stünde auf dem Spiel, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze im Saale-Orla-Kreis. „Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine so geschichtsträchtige Brauerei verschwinden würde“, so ein Anwohner.
Zukunft der Rosenbrauerei ungewiss
Ob die Rosenbrauerei Pößneck ihre Türen nach 158 Jahren endgültig schließen muss oder ob sie durch die Insolvenz gerettet werden kann, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Situation auf dem Biermarkt weiterhin herausfordernd bleibt, besonders für kleine und mittelständische Brauereien.