USA fordern von Firmen Verzicht auf Diversitätsprogramme

USA fordern von Firmen Verzicht auf Diversitätsprogramme

Trump-Regierung will Vielfalt in Firmen abschaffen

Die USA üben Druck auf europäische Unternehmen aus: Wer mit der US-Regierung Geschäfte machen will, soll Programme zur Förderung von Gleichstellung und Vielfalt abschaffen. In Frankreich sorgt dies für erhebliche Kritik.

Bedingung für Geschäftsbeziehungen mit den USA

Die US-Botschaft in Paris hat einen Fragebogen an mehrere europäische Unternehmen verschickt. Die Firmen müssen darin bestätigen, dass sie keine Programme zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) mehr unterstützen.

Sollten sie dies verweigern, müssen sie ihre Ablehnung begründen. Ein Manager eines betroffenen Unternehmens äußerte sich besorgt: „Es ist eine klare Drohung. Wer nicht unterschreibt, riskiert, keine Regierungsaufträge mehr zu erhalten.“

Die US-Regierung äußerte sich nicht offiziell zu den Vorgängen, doch es wird vermutet, dass es sich um eine neue Strategie handelt, um Trumps innenpolitischen Kurs auch international durchzusetzen.

Frankreich weist Forderung scharf zurück

Die französische Regierung reagierte mit deutlichen Worten. Das Handelsministerium bezeichnete die US-Forderung als „inakzeptable Einflussnahme“ auf europäische Unternehmen.

„Frankreich wird seine Unternehmen, Verbraucher und Werte schützen“, erklärte ein Regierungssprecher. Besonders brisant: Auch Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur sollen betroffen sein.

Laut Insidern erhielt auch der französische Telekommunikationskonzern Orange ein solches Schreiben – obwohl das Unternehmen gar nicht in den USA vertreten ist.

Die französische Regierung kündigte an, das Thema direkt mit Washington zu besprechen. Finanzminister Eric Lombard betonte, dass Frankreich „unsere Grundwerte verteidigen“ werde.

Nicht nur Frankreich betroffen

Auch Unternehmen in Belgien und Osteuropa sollen ähnliche Schreiben erhalten haben. Ob deutsche Firmen ebenfalls betroffen sind, ist unklar. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) erklärte, dass ihr bislang keine solchen Fälle bekannt seien.

Experten gehen davon aus, dass es sich um eine neue wirtschaftspolitische Strategie Trumps handelt. „Die USA versuchen, ihren politischen Kurs über wirtschaftlichen Druck durchzusetzen“, erklärte ein Wirtschaftswissenschaftler.

Trump setzt auf Antidiskriminierung durch Abschaffung von DEI

Seit seiner Rückkehr ins Amt verfolgt Trump eine harte Linie gegen Diversitätsprogramme. Bereits kurz nach seiner Vereidigung erließ er ein Dekret, mit dem sämtliche DEI-Programme in Ministerien und Behörden abgeschafft wurden.

In dem Erlass heißt es, dass diese Programme eine „illegale Diskriminierung“ darstellen würden. Unternehmen, die sich nicht an die neuen Regeln halten, droht der Ausschluss von staatlichen Aufträgen.

Reaktionen aus der Wirtschaft

Während einige Unternehmen sich den neuen Regeln fügen könnten, halten andere an ihren Diversity-Programmen fest. Besonders große US-Technologie- und Finanzunternehmen setzen weiterhin auf Vielfalt – auch wenn sie dadurch Regierungsaufträge verlieren könnten.

In Europa dürften sich viele Unternehmen nun mit der Frage auseinandersetzen, ob sie sich dem Druck der USA beugen oder ihre Prinzipien verteidigen.

Neue Spannungen zwischen den USA und Europa?

Der neue Vorstoß Trumps könnte zu einer weiteren Belastung der transatlantischen Beziehungen führen. Frankreich hat bereits angekündigt, sich gegen die Forderung zu stellen – doch unklar bleibt, wie andere europäische Staaten reagieren werden.

Es steht fest: Die US-Regierung unter Trump verfolgt eine neue, aggressive Strategie. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Europa geschlossen Widerstand leistet oder ob Unternehmen unter dem wirtschaftlichen Druck nachgeben.

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