Mit der Einführung eines neuen Zollpakets hat Donald Trump am 2. April erneut eine aggressive Handelspolitik angekündigt, die die globale Wirtschaft auf den Kopf stellen könnte. Bei einer Rede im Weißen Haus präsentierte der US-Präsident seine Vision einer „neuen Handelsordnung“, die vor allem für die Europäische Union weitreichende Folgen hat. Ab dem 5. April werden alle Importe in die USA mit einem Basiszoll von zehn Prozent belastet, während für die EU und andere Handelspartner höhere Zölle vorgesehen sind.
Zölle und die Folgen für den Welthandel
Trump kündigte an, dass die Zölle als Teil eines reziproken Systems gelten werden, bei dem ein Produkt aus einem Land in die USA genauso stark besteuert wird wie ein US-Produkt in diesem Land. „Dies ist unsere Unabhängigkeitserklärung“, sagte Trump und stellte klar, dass das Ziel seiner Zölle darin bestehe, das US-Handelsdefizit zu bekämpfen und die amerikanische Industrie zu stärken.
Ab dem 5. April wird ein Zoll von zehn Prozent auf alle Importe in die USA erhoben, was die internationalen Märkte aufrütteln dürfte. „Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde“, erklärte der Präsident und zeigte sich zuversichtlich, dass dies zu einer Stärkung der US-Wirtschaft führen werde.
Zölle auf europäische Autos und Teile: Ein harter Schlag für die EU
Ein weiterer Schlüsselpunkt der neuen Zollpolitik betrifft die Autoindustrie. Ab dem 9. April sollen 25 Prozent Zölle auf Autos und Autoteile eingeführt werden, was vor allem europäische Hersteller wie Volkswagen und Mercedes hart treffen könnte. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die US-Automobilindustrie zu fördern und die Produktion im Land zurückzuholen.
Europäische Reaktionen: Zölle als diplomatische Herausforderung
Die EU hat bereits angekündigt, auf die Zölle mit einer koordinierten Reaktion zu reagieren. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, sprach von einem „Zollwahnsinn“ und betonte, dass die EU nicht nachgeben werde. Auch Manfred Weber äußerte sich kritisch, erklärte jedoch, dass Europa für faire Gespräche offen sei. Der Konflikt zwischen den USA und der EU könnte die internationale Zusammenarbeit gefährden und einen langwierigen Handelskrieg auslösen.
Globale Auswirkungen und die Position anderer Länder
Großbritannien und Australien haben sich bisher eher zurückhaltend geäußert. Großbritannien strebt weiterhin ein Abkommen mit den USA an, um die Zölle zu minimieren, während Australien auf Verhandlungen setzt, um eine Lösung zu finden. Auch die Schweiz reagiert vorsichtig und wird in den kommenden Tagen ihre Antwort auf die neuen Zölle definieren.
Die Entscheidung Trumps wird weltweit für Unruhe sorgen, da sie die globalen Lieferketten durcheinanderbringen und das wirtschaftliche Wachstum verlangsamen könnte. Doch viele Beobachter hoffen auf eine diplomatische Lösung, um einen langfristigen Handelskrieg zu vermeiden.