Mehrheit der Deutschen befürwortet Wehrpflicht-Rückkehr

Mehrheit der Deutschen befürwortet Wehrpflicht-Rückkehr

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 58 Prozent der Deutschen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht sind. Besonders ältere Generationen unterstützen die Maßnahme, während 61 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sie ablehnen. Damit zeigt sich ein klarer Generationenkonflikt in der Debatte um die Wehrpflicht.

Zustimmung steigt mit dem Alter

Die Umfrage zeigt, dass die Unterstützung für die Wehrpflicht mit zunehmendem Alter steigt. Meinungsforscher Frieder Schmid erklärt: „Wer nicht selbst betroffen ist, unterstützt eine Maßnahme eher. Das ist ein typisches Muster.“ Während sich ältere Bürger mehrheitlich für die Rückkehr der Wehrpflicht aussprechen, sehen jüngere Menschen sie eher als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit.

Klare Unterschiede zwischen den Parteien

Auch die politische Zugehörigkeit beeinflusst die Einstellung zur Wehrpflicht. CDU-, SPD-, FDP- und AfD-Wähler sind überwiegend für die Maßnahme, während Anhänger der Grünen, Linken und des BSW sie ablehnen. Grünen-Wählern sei laut Schmid „die individuelle Freiheit wichtiger als eine allgemeine Dienstpflicht“.

Wehrpflicht in anderen Ländern wieder im Gespräch

Nicht nur in Deutschland wird die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. In Frankreich unterstützen 68 Prozent der Bürger eine Rückkehr zur allgemeinen Dienstpflicht. In Italien, Spanien und Großbritannien sind die Meinungen gespalten – in diesen Ländern gibt es seit Jahrzehnten eine Berufsarmee.

Finanzierungsfragen bei der Aufrüstung

Neben der Wehrpflicht sorgt auch die Finanzierung der Verteidigungsausgaben für Diskussionen. 79 Prozent der Deutschen lehnen Steuererhöhungen zur Finanzierung des Militärs ab. Gleichzeitig sind 45 Prozent gegen höhere Schulden, während 44 Prozent neue Schulden für das kleinere Übel halten. Damit wird deutlich, dass in der Bevölkerung keine einheitliche Meinung über die künftige Finanzstrategie zur militärischen Stärkung herrscht.

Sicherheitslage bestimmt Meinungsbild

Die Bedrohung durch Wladimir Putin wird von 79 Prozent der Deutschen als hoch eingeschätzt. Gleichzeitig halten 74 Prozent auch Donald Trump für eine Gefahr für die globale Sicherheit. Besonders in Italien gibt es im Vergleich zu anderen Ländern mehr Zustimmung für Trump.

Haltung zur Ukraine-Politik uneinheitlich

Während sich viele Bürger eine Lösung des Ukraine-Krieges wünschen, gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie dies erreicht werden kann. 47 Prozent der Deutschen sprechen sich für eine Verhandlungslösung aus, selbst wenn dies bedeutet, dass Russland Teile der Ukraine behält. 30 Prozent hingegen fordern eine anhaltende Unterstützung der Ukraine, bis sich Russland vollständig zurückzieht.

Die Umfrage macht deutlich, dass sicherheitspolitische Themen in Deutschland weiterhin kontrovers diskutiert werden. Die Wehrpflicht, die Finanzierung der Verteidigung und die Haltung zur Ukraine bleiben zentrale Themen der politischen Debatte.

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