{"id":9957,"date":"2026-01-08T11:39:50","date_gmt":"2026-01-08T16:39:50","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=9957"},"modified":"2026-01-08T11:39:50","modified_gmt":"2026-01-08T16:39:50","slug":"insolvenzen-explodieren-wirtschaftskrise-verschaerft-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=9957","title":{"rendered":"Insolvenzen explodieren \u2013 Wirtschaftskrise versch\u00e4rft sich"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unternehmenszusammenbr\u00fcche auf historischem Niveau<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die wirtschaftliche Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Im vergangenen Jahr wurden <strong>17.600 Unternehmensinsolvenzen<\/strong> gez\u00e4hlt \u2013 so viele wie seit rund <strong>zwei Jahrzehnten<\/strong> nicht mehr. Fachleute sehen darin keinen vor\u00fcbergehenden Einbruch, sondern die Konsequenz einer langj\u00e4hrigen Schw\u00e4chephase. <strong>Carsten Brzeski<\/strong>, Volkswirt und Marktbeobachter, ordnet die Entwicklung n\u00fcchtern ein: <strong>\u201eDas sind die Folgen von drei oder f\u00fcnf Jahren Stagnation.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Krise inzwischen quer durch alle Unternehmensgr\u00f6\u00dfen zieht. Neben kleinen Betrieben geraten zunehmend auch gr\u00f6\u00dfere Firmen ins Straucheln, deren Ausfall erhebliche Folgen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte und ganze Regionen hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gro\u00dfunternehmen immer h\u00e4ufiger betroffen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders deutlich zeigt sich die Zuspitzung bei den gro\u00dfen Firmenpleiten. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung <strong>Falkensteg<\/strong> stieg die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen mit <strong>mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz<\/strong> im Jahr 2025 um rund <strong>25 Prozent<\/strong> auf <strong>471 F\u00e4lle<\/strong>. Seit dem Ende der akuten Corona-Krise im Jahr <strong>2021<\/strong> habe sich diese Zahl <strong>nahezu verdreifacht<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas Eckhardt<\/strong>, Partner bei Falkensteg und Mitautor der Studie, beschreibt die Lage drastisch: <strong>\u201eDie deutsche Wirtschaft ringt nicht mehr nur mit Kopfschmerzen \u2013 sie hat Fieber bekommen.\u201c<\/strong> F\u00fcr zahlreiche Unternehmen gehe es l\u00e4ngst nicht mehr um Anpassung, sondern um das nackte \u00dcberleben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch 2026 keine Entwarnung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine baldige Entspannung ist nach Einsch\u00e4tzung der Experten nicht zu erwarten. F\u00fcr das Jahr <strong>2026<\/strong> prognostiziert Falkensteg einen weiteren Anstieg der Gro\u00dfinsolvenzen um <strong>10 bis 20 Prozent<\/strong> auf etwa <strong>530 F\u00e4lle<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnde liegen tiefer als eine schwache Konjunktur. Die Analyse verweist auf eine gef\u00e4hrliche Mischung aus <strong>nachlassender Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/strong>, <strong>akutem Fachkr\u00e4ftemangel<\/strong>, <strong>hoher B\u00fcrokratiebelastung<\/strong> und <strong>zur\u00fcckgestellten Investitionen<\/strong>. Diese strukturellen Hemmnisse blockieren eine rasche Erholung und verst\u00e4rken sich gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Industrie als Krisenherd<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders stark unter Druck steht die <strong>verarbeitende Industrie<\/strong>. \u00dcberkapazit\u00e4ten, sinkende Gewinnspannen und hohe Kosten f\u00fcr notwendige Transformationen belasten die Unternehmen massiv. Ganze Gesch\u00e4ftsmodelle geraten ins Wanken.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck. Der f\u00fcr Anfang 2026 erwartete neue <strong>F\u00fcnfjahresplan Chinas<\/strong>, der auf technologische Eigenst\u00e4ndigkeit abzielt, d\u00fcrfte den Konkurrenzkampf weiter versch\u00e4rfen. Davon betroffen sind vor allem deutsche Schl\u00fcsselbranchen wie <strong>Maschinenbau<\/strong> und <strong>Automobilindustrie<\/strong>, die ohnehin mit tiefgreifenden Umbr\u00fcchen k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mittelstand vor existenziellen Entscheidungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als Haupttreiber der Insolvenzwelle nennt die Studie eine Kombination aus <strong>Strukturproblemen<\/strong>, <strong>verhaltener Konsumnachfrage<\/strong> und <strong>geopolitischer Unsicherheit<\/strong>. <strong>Jonas Eckhardt<\/strong> warnt: <strong>\u201eF\u00fcr viele Mittelst\u00e4ndler ist das keine Konjunkturdelle mehr, sondern eine \u00dcberlebensfrage.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seiner Einsch\u00e4tzung nach droht eine dauerhafte Schw\u00e4chung der wirtschaftlichen Substanz. <strong>\u201eDer zyklische Abschwung entwickelt sich zum strukturellen Kollaps\u201c<\/strong>, sagte er. Staatliche Investitionsprogramme h\u00e4tten bislang kaum sp\u00fcrbare Entlastung gebracht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Branchenvergleich zeigt alarmierende Verschiebungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf einzelne Branchen offenbart deutliche Ver\u00e4nderungen. <strong>Metallwarenhersteller<\/strong> f\u00fchrten 2025 mit <strong>65 Insolvenzen<\/strong> erstmals das Negativranking an \u2013 ein Zuwachs von <strong>\u00fcber 35 Prozent<\/strong>. Damit l\u00f6sten sie die <strong>Automobilzulieferer<\/strong> ab, die mit <strong>59 F\u00e4llen<\/strong> weiterhin stark unter Druck stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den st\u00e4rksten prozentualen Anstieg verzeichnete jedoch die <strong>Elektrotechnikbranche<\/strong>: Hier schnellte die Zahl der Insolvenzen um fast <strong>77 Prozent<\/strong> auf <strong>53 F\u00e4lle<\/strong> nach oben. Im Konsumsektor zeigte sich ein gespaltenes Bild. W\u00e4hrend die Pleiten im <strong>Einzelhandel<\/strong> um rund <strong>10 Prozent<\/strong> zur\u00fcckgingen, stiegen sie bei <strong>Herstellern von Nahrungs- und Konsumg\u00fctern<\/strong> um etwa <strong>30 Prozent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Tiefe Strukturkrise statt kurzer Durststrecke<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die aktuellen Insolvenzzahlen machen deutlich, dass Deutschland vor einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Bew\u00e4hrungsprobe steht. Es handelt sich nicht um eine vor\u00fcbergehende Schw\u00e4chephase, sondern um einen umfassenden <strong>Strukturwandel<\/strong>, der viele Unternehmen an ihre Belastungsgrenzen bringt. Die steigende Zahl der Firmenzusammenbr\u00fcche ist Ausdruck einer Wirtschaft, die sich neu erfinden muss \u2013 unter erheblich versch\u00e4rften Bedingungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmenszusammenbr\u00fcche auf historischem Niveau Die wirtschaftliche Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Im vergangenen Jahr wurden 17.600 Unternehmensinsolvenzen gez\u00e4hlt \u2013 so viele wie seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr. Fachleute sehen darin keinen vor\u00fcbergehenden Einbruch, sondern die Konsequenz einer langj\u00e4hrigen Schw\u00e4chephase. 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