{"id":9857,"date":"2025-12-24T09:49:09","date_gmt":"2025-12-24T14:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=9857"},"modified":"2025-12-24T09:49:09","modified_gmt":"2025-12-24T14:49:09","slug":"einreisestopp-der-usa-trifft-europaeische-digitalaktivisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=9857","title":{"rendered":"Einreisestopp der USA trifft europ\u00e4ische Digitalaktivisten"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Washington verh\u00e4ngt Sanktionen gegen f\u00fcnf Europ\u00e4er<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Regierung der Vereinigten Staaten hat kurz vor dem Jahreswechsel eine weitreichende Entscheidung im Bereich der internationalen Digitalpolitik getroffen. <strong>F\u00fcnf europ\u00e4ische Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong> d\u00fcrfen k\u00fcnftig nicht mehr in die USA einreisen. Unter ihnen befinden sich <strong>zwei deutsche Staatsb\u00fcrgerinnen<\/strong>, die in Europa als profilierte Stimmen im Kampf gegen digitale Hassrede bekannt sind. Die Ma\u00dfnahme wurde offiziell vom <strong>US-Au\u00dfenministerium<\/strong> best\u00e4tigt und steht im Zusammenhang mit grunds\u00e4tzlichen Differenzen \u00fcber den Umgang mit Meinungsfreiheit und Plattformregulierung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutsche Organisation im Mittelpunkt der Ma\u00dfnahme<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Betroffen sind <strong>Anna-Lena von Hodenberg<\/strong> und <strong>Josephine Ballon<\/strong>, Gr\u00fcnderinnen und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerinnen der Berliner Organisation <strong>HateAid<\/strong>. Die gemeinn\u00fctzige Initiative setzt sich seit Jahren f\u00fcr den Schutz von Pers\u00f6nlichkeitsrechten im digitalen Raum ein und unterst\u00fctzt Betroffene von Online-Hass und Bedrohungen. Nach Darstellung der US-Regierung seien die Aktivit\u00e4ten der Organisation Teil eines europ\u00e4ischen Systems, das aus amerikanischer Sicht die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung im Internet einschr\u00e4nke.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>US-Au\u00dfenminister erhebt schwere Vorw\u00fcrfe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>US-Au\u00dfenminister <strong>Marco Rubio<\/strong> begr\u00fcndete die Entscheidung mit deutlichen Worten. In einer \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rung sprach er von einer systematischen Einflussnahme europ\u00e4ischer Akteure auf US-Plattformen. W\u00f6rtlich erkl\u00e4rte er:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZu lange haben politische Akteure in Europa versucht, amerikanische Unternehmen zur Unterdr\u00fcckung unliebsamer Meinungen zu bewegen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vereinigten Staaten w\u00fcrden solche Ma\u00dfnahmen au\u00dferhalb ihres Hoheitsgebiets k\u00fcnftig nicht mehr akzeptieren. Rubio k\u00fcndigte zudem an, dass weitere Personen auf die Sanktionsliste gesetzt werden k\u00f6nnten, sollten vergleichbare Aktivit\u00e4ten fortgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere internationale Pers\u00f6nlichkeiten betroffen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den beiden deutschen Aktivistinnen umfasst die Entscheidung auch <strong>Imran Ahmed<\/strong>, Gr\u00fcnder des britischen <strong>Center for Countering Digital Hate<\/strong>, sowie <strong>Clare Melford<\/strong>, Mitbegr\u00fcnderin des <strong>Global Disinformation Index<\/strong>. Ebenfalls von dem Einreiseverbot erfasst ist <strong>Thierry Breton<\/strong>, ehemaliger EU-Kommissar f\u00fcr Binnenmarkt und Dienstleistungen. Breton gilt als einer der zentralen Mitgestalter des europ\u00e4ischen <strong>Digital Services Act<\/strong>, der gro\u00dfe Online-Plattformen zur Entfernung illegaler Inhalte verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Namen der Betroffenen wurden durch <strong>Sarah Rogers<\/strong>, Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr \u00f6ffentliche Diplomatie im US-Au\u00dfenministerium, \u00f6ffentlich best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reaktionen der Betroffenen aus Deutschland<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die beiden deutschen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerinnen zeigten sich von der Entscheidung wenig \u00fcberrascht. In einer Stellungnahme erkl\u00e4rten sie:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDiese Ma\u00dfnahme ist Ausdruck einer politischen Linie, die kritische Stimmen unter Druck setzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Beide verwiesen darauf, dass ihre Arbeit auf demokratisch beschlossenen Gesetzen beruhe und dem Schutz von Menschenrechten diene. <strong>HateAid<\/strong> habe niemals Zensur betrieben, sondern bestehendes Recht angewendet und Betroffene unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rolle des Digital Services Act<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im Zentrum des Konflikts steht der <strong>Digital Services Act<\/strong>, ein EU-Gesetz, das Plattformen verpflichtet, rechtswidrige Inhalte konsequent zu entfernen. Die US-Regierung interpretiert dieses Regelwerk als Eingriff in die unternehmerische Freiheit amerikanischer Technologieunternehmen. Aus europ\u00e4ischer Sicht handelt es sich hingegen um die konsequente Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit im digitalen Raum.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bundesregierung weist Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung reagierte mit deutlicher Kritik auf die Einreiseverbote. <strong>Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU)<\/strong> bezeichnete die Entscheidung als \u201e<strong>nicht hinnehmbar<\/strong>\u201c. Der DSA sei demokratisch legitimiert und habe nicht das Ziel, Meinungsfreiheit einzuschr\u00e4nken, sondern strafbare Inhalte zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch <strong>Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD)<\/strong> stellte sich hinter HateAid. Die Organisation leiste \u201e<strong>einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Pers\u00f6nlichkeitsrechte im Internet<\/strong>\u201c. Die pauschale Einstufung als Zensur sei aus ihrer Sicht eine falsche Darstellung europ\u00e4ischer Rechtsprinzipien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kritik aus Br\u00fcssel und Paris<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung aus Washington l\u00f6ste auch auf europ\u00e4ischer Ebene Reaktionen aus. Die <strong>EU-Kommission<\/strong> forderte von den US-Beh\u00f6rden eine Kl\u00e4rung der Vorw\u00fcrfe und verwies auf die regulatorische Eigenst\u00e4ndigkeit der Europ\u00e4ischen Union. <strong>Ursula von der Leyen<\/strong>, Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, erkl\u00e4rte, die Meinungsfreiheit sei \u201e<strong>ein Grundpfeiler der europ\u00e4ischen Demokratie<\/strong>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident <strong>Emmanuel Macron<\/strong> sprach von einem Versuch der Einsch\u00fcchterung und sicherte <strong>Thierry Breton<\/strong> politische Unterst\u00fctzung zu. Auch <strong>Ant\u00f3nio Costa<\/strong>, Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, betonte, dass derartige Ma\u00dfnahmen zwischen Partnern und Verb\u00fcndeten nicht akzeptabel seien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grunds\u00e4tzlicher Konflikt mit internationaler Tragweite<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vorgang verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen Europa und den USA im Bereich der Digitalregulierung. W\u00e4hrend Washington die Ma\u00dfnahmen als Schutz der eigenen Verfassungswerte versteht, sehen europ\u00e4ische Regierungen darin eine Missachtung demokratisch beschlossener Regeln.Die betroffenen Aktivisten k\u00fcndigten an, ihre Arbeit ungeachtet der Sanktionen fortzuf\u00fchren. In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung hie\u00df es, man werde sich \u201e<strong>weder politisch noch juristisch einsch\u00fcchtern lassen<\/strong>\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Washington verh\u00e4ngt Sanktionen gegen f\u00fcnf Europ\u00e4er Die Regierung der Vereinigten Staaten hat kurz vor dem Jahreswechsel eine weitreichende Entscheidung im Bereich der internationalen Digitalpolitik getroffen. F\u00fcnf europ\u00e4ische Pers\u00f6nlichkeiten d\u00fcrfen k\u00fcnftig nicht mehr in die USA einreisen. 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