{"id":8712,"date":"2025-08-22T13:25:47","date_gmt":"2025-08-22T17:25:47","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=8712"},"modified":"2025-08-22T13:25:47","modified_gmt":"2025-08-22T17:25:47","slug":"eu-vorgaben-verschaerfen-transparenz-bei-gehaeltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=8712","title":{"rendered":"EU-Vorgaben versch\u00e4rfen Transparenz bei Geh\u00e4ltern"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frauen weiterhin klar im Nachteil<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Lohnschere zwischen M\u00e4nnern und Frauen bleibt in Deutschland trotz leichter Fortschritte deutlich sichtbar. Nach Berechnungen des <strong>Statistischen Bundesamtes<\/strong> lag der durchschnittliche Stundenlohn von M\u00e4nnern im Jahr <strong>2024<\/strong> bei <strong>26,34 Euro brutto<\/strong>, w\u00e4hrend Frauen im Schnitt nur <strong>22,24 Euro<\/strong> verdienten. Der Unterschied von <strong>16 Prozent<\/strong> wird vor allem durch zwei Faktoren erkl\u00e4rt: Frauen arbeiten h\u00e4ufiger in schlechter bezahlten Branchen und sind zudem \u00fcberdurchschnittlich oft in <strong>Teilzeitmodellen<\/strong> besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue gesetzliche Grundlage ab 2026<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Bereits <strong>2017<\/strong> hatte die Bundesregierung mit dem <strong>Entgelttransparenzgesetz<\/strong> einen ersten Schritt unternommen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Einsicht in die Gehaltsstrukturen ihrer Firmen zu geben. Doch der Effekt blieb begrenzt. Nun greift ab <strong>7. Juni 2026<\/strong> die <strong>EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz<\/strong>, die in nationales Recht umgesetzt werden muss und deutlich weitergehende Pflichten f\u00fcr Unternehmen vorsieht. Ziel ist es, den <strong>Gender-Pay-Gap<\/strong> nachhaltig zu verringern und Lohndiskriminierung rechtlich besser angreifbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Offenlegungspflichten f\u00fcr Unternehmen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>K\u00fcnftig gilt: <strong>Bereits in Stellenausschreibungen oder im Bewerbungsgespr\u00e4ch m\u00fcssen Arbeitgeber eine Gehaltsspanne oder das Einstiegsgehalt angeben.<\/strong> Zudem d\u00fcrfen Bewerberinnen und Bewerber nicht mehr nach ihrem bisherigen Verdienst gefragt werden. Besch\u00e4ftigte erhalten das Recht, Auskunft \u00fcber das <strong>durchschnittliche Einkommen vergleichbarer T\u00e4tigkeitsgruppen<\/strong> zu verlangen \u2013 aufgeschl\u00fcsselt nach Geschlechtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind Unternehmen verpflichtet, regelm\u00e4\u00dfig Informationen \u00fcber <strong>interne Gehaltsunterschiede<\/strong> zu ver\u00f6ffentlichen. Betriebe mit mehr als <strong>250 Besch\u00e4ftigten<\/strong> m\u00fcssen dies jedes Jahr tun, Unternehmen mit \u00fcber <strong>150 Mitarbeitern<\/strong> alle drei Jahre. Bei festgestellten Benachteiligungen k\u00f6nnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine <strong>vollst\u00e4ndige Nachzahlung<\/strong> fordern. Dabei gilt die <strong>Beweislastumkehr<\/strong>: Arbeitgeber m\u00fcssen nachweisen, dass keine Diskriminierung vorlag.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Viele Firmen sind noch unvorbereitet<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Studie des Beratungsunternehmens <strong>Willis Towers Watson (WTW)<\/strong> verdeutlicht, dass ein Gro\u00dfteil der Unternehmen bislang nicht ausreichend auf die neuen Regelungen eingestellt ist. Nur <strong>drei Prozent<\/strong> der befragten deutschen Firmen gaben an, bereits jetzt Gehaltsinformationen im Bewerbungsprozess offen zu legen. Gleichzeitig erkl\u00e4rten <strong>48 Prozent<\/strong>, sie planten auch k\u00fcnftig <strong>keine Offenlegung von Gehaltsspannen<\/strong>, obwohl dies ab 2026 verpflichtend sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Dass fast die H\u00e4lfte der Unternehmen keine Gehaltstransparenz einf\u00fchren will, zeigt, wie wenig das Thema bislang ernst genommen wird<\/strong>\u201c, kommentierte <strong>Florian Frank<\/strong>, Leiter des Bereichs Work and Rewards bei WTW.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Furcht vor Spannungen in der Belegschaft<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Zur\u00fcckhaltung vieler Unternehmen h\u00e4ngt vor allem mit Bef\u00fcrchtungen zusammen: <strong>Neun von zehn Betrieben<\/strong> gaben an, dass sie verst\u00e4rkte <strong>Gehaltsforderungen<\/strong> und m\u00f6gliche Konflikte innerhalb der Belegschaft f\u00fcrchten, wenn die Einkommensunterschiede sichtbar w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig betonen Fachleute, dass mehr Transparenz nicht nur ein Instrument gegen Diskriminierung sei, sondern auch <strong>das Vertrauen in Arbeitgeber st\u00e4rken<\/strong> k\u00f6nne. F\u00fcr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer er\u00f6ffnen sich damit neue M\u00f6glichkeiten, Anspr\u00fcche auf Gleichbehandlung konsequent einzufordern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen weiterhin klar im Nachteil Die Lohnschere zwischen M\u00e4nnern und Frauen bleibt in Deutschland trotz leichter Fortschritte deutlich sichtbar. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Stundenlohn von M\u00e4nnern im Jahr 2024 bei 26,34 Euro brutto, w\u00e4hrend Frauen im Schnitt nur 22,24 Euro verdienten. 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