{"id":7137,"date":"2025-03-10T09:28:09","date_gmt":"2025-03-10T13:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=7137"},"modified":"2025-03-10T09:28:09","modified_gmt":"2025-03-10T13:28:09","slug":"union-und-spd-einigen-sich-auf-zentrale-reformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=7137","title":{"rendered":"Union und SPD einigen sich auf zentrale Reformen"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach intensiven Sondierungsgespr\u00e4chen haben <strong>CDU, CSU und SPD<\/strong> ein gemeinsames Papier vorgelegt, das die <strong>Grundlage f\u00fcr eine m\u00f6gliche Koalition<\/strong> bildet. Auf <strong>elf Seiten<\/strong> sind zahlreiche Vorhaben zu <strong>Steuern, Wirtschaft, Arbeit, Soziales, Migration und Klimapolitik<\/strong> skizziert. Die wichtigsten Eckpunkte im \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Steuer- und Wirtschaftspolitik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Senkung der Stromsteuer<\/strong>: Um <strong>Unternehmen und Privathaushalte<\/strong> zu entlasten, soll die <strong>Stromsteuer auf das in der EU zul\u00e4ssige Minimum<\/strong> gesenkt werden. Dies soll eine <strong>Reduzierung des Strompreises um mindestens f\u00fcnf Cent pro Kilowattstunde<\/strong> bewirken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Steuererleichterungen f\u00fcr die Mittelschicht<\/strong>: Eine <strong>Reform der Einkommensteuer<\/strong> soll Menschen mit <strong>mittleren Einkommen<\/strong> finanziell entlasten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>H\u00f6here Pendlerpauschale<\/strong>: Wer weite Strecken zur Arbeit zur\u00fccklegt, soll k\u00fcnftig eine <strong>h\u00f6here steuerliche Entlastung<\/strong> erhalten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00f6rderung der Elektromobilit\u00e4t<\/strong>: Die <strong>Nachfrage nach Elektroautos<\/strong> ist seit der Abschaffung der Kaufpr\u00e4mie Ende 2023 stark gesunken. Um den Absatz wieder anzukurbeln, soll eine <strong>neue Kaufpr\u00e4mie<\/strong> eingef\u00fchrt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gastronomie<\/strong>: Die <strong>Umsatzsteuer auf Speisen in Restaurants<\/strong> bleibt dauerhaft bei <strong>sieben Prozent<\/strong>, nachdem die Ampel-Regierung den Steuersatz nach der Corona-Sonderregelung wieder auf <strong>19 Prozent<\/strong> angehoben hatte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Agrardiesel f\u00fcr Landwirte<\/strong>: Die von der Ampel-Koalition beschlossene <strong>Streichung der Agrardiesel-Subventionen<\/strong> soll zur\u00fcckgenommen werden, um die Landwirtschaft finanziell zu entlasten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Arbeitsmarkt und Sozialpolitik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Mindestlohn<\/strong>: Der gesetzliche Mindestlohn soll bis <strong>2026 auf 15 Euro pro Stunde<\/strong> steigen, um die <strong>Kaufkraft zu st\u00e4rken<\/strong> und die Binnennachfrage zu f\u00f6rdern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Rentenreform<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Rentner, die freiwillig weiterarbeiten<\/strong>, sollen bis zu <strong>2.000 Euro monatlich steuerfrei<\/strong> hinzuverdienen d\u00fcrfen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>M\u00fctterrente<\/strong> wird verbessert: F\u00fcr <strong>vor 1992 geborene Kinder<\/strong> werden k\u00fcnftig <strong>drei statt zweieinhalb Erziehungsjahre<\/strong> auf die Rente angerechnet.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reform des B\u00fcrgergeldes<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die bisherige Regelung wird \u00fcberarbeitet und soll sich k\u00fcnftig st\u00e4rker auf die <strong>Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt<\/strong> konzentrieren.<\/li>\n\n\n\n<li>CDU-Chef <strong>Friedrich Merz<\/strong> erkl\u00e4rte: <strong>\u201eMenschen, die arbeiten k\u00f6nnen und wiederholt zumutbare Arbeit verweigern, m\u00fcssen mit einem vollst\u00e4ndigen Leistungsentzug rechnen.\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pflegeversicherung<\/strong>: Eine umfassende <strong>Pflegereform<\/strong> soll sicherstellen, dass die steigenden Kosten im Pflegebereich langfristig finanzierbar bleiben.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Flexiblere Arbeitszeiten<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die t\u00e4gliche <strong>H\u00f6chstarbeitszeit<\/strong> soll durch eine <strong>w\u00f6chentliche Obergrenze<\/strong> ersetzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zuschl\u00e4ge f\u00fcr \u00dcberstunden<\/strong>, die \u00fcber die regul\u00e4re Vollzeit hinausgehen, werden <strong>steuerfrei<\/strong> gestellt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Migration und Asylpolitik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/strong>: Die Ampel-Koalition hatte die <strong>Einb\u00fcrgerungsregeln gelockert<\/strong>, unter anderem durch <strong>verk\u00fcrzte Wartezeiten<\/strong> und die <strong>Erlaubnis der doppelten Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr Nicht-EU-B\u00fcrger<\/strong>. Diese Regelungen bleiben bestehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Grenzkontrollen und Zur\u00fcckweisungen<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Asylsuchende sollen an den Landgrenzen zur\u00fcckgewiesen werden k\u00f6nnen<\/strong>, sofern es <strong>station\u00e4re Grenzkontrollen<\/strong> gibt.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Zur\u00fcckweisung ist jedoch nur m\u00f6glich, wenn <strong>Nachbarl\u00e4nder zustimmen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Familiennachzug<\/strong>: Der <strong>Nachzug von Familienangeh\u00f6rigen subsidi\u00e4r Schutzberechtigter<\/strong> soll f\u00fcr eine noch <strong>ungekl\u00e4rte Dauer ausgesetzt<\/strong> werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Versch\u00e4rfung der Abschiebepraxis<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine <strong>&#8220;R\u00fcckf\u00fchrungsoffensive&#8221;<\/strong> soll die Zahl der Abschiebungen erh\u00f6hen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Abgelehnte Asylbewerber erhalten k\u00fcnftig keinen verpflichtenden Rechtsbeistand mehr<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>Bundespolizei erh\u00e4lt die Befugnis, Abschiebehaft anzuordnen<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>Die <strong>Liste sicherer Herkunftsstaaten<\/strong> wird erweitert.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wohnungsbau und Verkehr<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Mietpreisbremse<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Mietpreisbremse wird f\u00fcr zwei weitere Jahre verl\u00e4ngert<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>Der <strong>soziale Wohnungsbau<\/strong> soll ausgebaut werden, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deutschlandticket<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Zukunft des <strong>49-Euro-Tickets<\/strong> ist ungewiss.<\/li>\n\n\n\n<li>CDU und SPD wollen in den Koalitionsverhandlungen kl\u00e4ren, ob und in welcher Form es fortgesetzt werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Reformpl\u00e4ne<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wahlrecht<\/strong>: Die erst k\u00fcrzlich <strong>ge\u00e4nderten Bundestagswahlregeln<\/strong> sollen erneut \u00fcberpr\u00fcft werden. Grund ist die Kritik daran, dass einige <strong>direkt gew\u00e4hlte Kandidaten<\/strong> kein Mandat erhielten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Klimapolitik<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Fokus soll auf der <strong>Schaffung von Leitm\u00e4rkten f\u00fcr klimaneutrale Produkte<\/strong> liegen.<\/li>\n\n\n\n<li>Vorgesehen sind unter anderem <strong>Quoten f\u00fcr gr\u00fcnen Stahl und erneuerbare Energietr\u00e4ger<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>CDU und SPD bekr\u00e4ftigen, dass sie sich an die <strong>deutschen und europ\u00e4ischen Klimaziele<\/strong> halten wollen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Finanzierung und Sonderverm\u00f6gen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>500-Milliarden-Euro-Sonderverm\u00f6gen<\/strong>:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geplant ist ein <strong>Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Infrastrukturprojekte<\/strong>, das \u00fcber <strong>zehn Jahre<\/strong> mit insgesamt <strong>500 Milliarden Euro<\/strong> ausgestattet wird.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Mittel sollen in folgende Bereiche flie\u00dfen:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Verkehrsinfrastruktur<\/strong> (Stra\u00dfen, Schienen, Br\u00fccken)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zivilschutz und Bev\u00f6lkerungsschutz<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Krankenhausmodernisierung<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Energieinfrastruktur<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bildungs- und Wissenschaftsf\u00f6rderung<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Digitalisierung<\/strong> und Forschung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ausblick auf die Koalitionsverhandlungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem Abschluss der <strong>Sondierungsgespr\u00e4che<\/strong> haben CDU und SPD eine Grundlage f\u00fcr die anstehenden <strong>Koalitionsverhandlungen<\/strong> geschaffen. In diesen wird es nun darum gehen, <strong>die einzelnen Ma\u00dfnahmen im Detail auszuarbeiten<\/strong> und eine endg\u00fcltige Einigung zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden und zu einer <strong>schwarz-roten Regierung<\/strong> f\u00fchren, h\u00e4ngt von den Parteigremien und m\u00f6glichen weiteren Kompromissen ab. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die geplanten Reformen w\u00fcrden <strong>wesentliche wirtschaftliche, soziale und migrationspolitische Ver\u00e4nderungen<\/strong> mit sich bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2014&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Update:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00fcne blockieren Finanzpaket von Union und SPD<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die geplanten <strong>Grundgesetz\u00e4nderungen f\u00fcr das milliardenschwere Finanzpaket<\/strong> von Union und SPD stehen auf der Kippe. Die <strong>Gr\u00fcnen haben angek\u00fcndigt, dem Vorhaben nicht zuzustimmen<\/strong>. Damit droht das Finanzpaket, das unter anderem ein <strong>500 Milliarden Euro schweres schuldenfinanziertes Sonderverm\u00f6gen<\/strong> vorsieht, zu scheitern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ablehnung der Grundgesetz\u00e4nderung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Laut <strong>Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge<\/strong> gibt es keine ausreichenden Gr\u00fcnde, den Vorschl\u00e4gen von <strong>CDU, CSU und SPD<\/strong> zuzustimmen. Sie kritisierte, dass Union und SPD mit ihrem Konzept lediglich eine <strong>\u201eSchatzkiste\u201c<\/strong> schaffen wollten, um Steuergeschenke zu verteilen. <strong>\u201eAus unserer Sicht sind das nicht die Dinge, die der Lage im Land angemessen sind.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen fordern die Gr\u00fcnen eine <strong>nachhaltige Reform der Schuldenbremse<\/strong>, die langfristig Investitionen in Wirtschaft und Klimaschutz erm\u00f6glicht. <strong>Franziska Brantner<\/strong>, Vorsitzende der Partei, betonte, dass die Gr\u00fcnen <strong>\u201enicht zur Verf\u00fcgung stehen, um Wahlgeschenke von Union und SPD zu finanzieren.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXclb7VrzXFJG6ybB_4u0hSjq3MMAKD0aP-eThk1QI-jmz1LxwMUaqQOT7c5_Sn5ms_7OaPIA4mkxtMGdkr1W4GVA73wIqd85uoWdCHJ1f0di4uKLsZE7ZVQ2yadMoXoqzQTbffQhg?key=wB1Hk9KDVOOzexiySBKIUV-3\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Gr\u00fcnen Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge (mitte)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kritik an Merz und S\u00f6der<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders das Verhalten von <strong>CDU-Chef Friedrich Merz<\/strong> sorgt f\u00fcr Unmut bei den Gr\u00fcnen. Merz hatte laut Dr\u00f6ge bereits <strong>mehrere Angebote unterbreitet<\/strong>, sogar auf die Mailbox ihrer Kollegin <strong>Britta Ha\u00dfelmann<\/strong>, doch diese seien unzureichend. Auch die j\u00fcngsten <strong>Angriffe von CSU-Chef Markus S\u00f6der<\/strong> gegen die Gr\u00fcnen, insbesondere beim politischen Aschermittwoch, haben das Verh\u00e4ltnis zwischen den Parteien weiter belastet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Union und SPD unter Zugzwang<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Union und SPD hatten sich im Zuge der <strong>Koalitionsgespr\u00e4che<\/strong> darauf geeinigt, die <strong>Schuldenbremse f\u00fcr h\u00f6here Verteidigungsausgaben zu lockern<\/strong>. Zus\u00e4tzlich sollte ein <strong>500-Milliarden-Euro-Fonds<\/strong> zur Finanzierung der Infrastruktur geschaffen werden. Die Gr\u00fcnen hatten zun\u00e4chst keine eindeutige Position bezogen, nun aber eine <strong>klare Absage erteilt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zeitplan f\u00fcr die Umsetzung ger\u00e4t damit ins Wanken. Die <strong>Grundgesetz\u00e4nderung<\/strong> sollte am <strong>13. M\u00e4rz<\/strong> im Bundestag diskutiert und am <strong>18. M\u00e4rz<\/strong> vom alten Parlament verabschiedet werden. Ohne die Zustimmung der Gr\u00fcnen droht jedoch das gesamte Paket zu scheitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Union und SPD stehen nun vor der Herausforderung, <strong>neue Mehrheiten zu finden<\/strong>. Neben den Gr\u00fcnen k\u00f6nnten nun auch <strong>die Freien W\u00e4hler von Hubert Aiwanger<\/strong> eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Ob es noch zu einer Einigung kommt, bleibt offen \u2013 fest steht jedoch, dass die Finanzierung der geplanten Projekte derzeit auf der Kippe steht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2014&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Update:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>AfD-Abgeordnete klagen gegen Bundestags-Sondersitzung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Plan von <strong>Union und SPD<\/strong>, noch mit den Mehrheiten des alten Bundestags <strong>Grundgesetz\u00e4nderungen f\u00fcr ein milliardenschweres Finanzpaket zu verabschieden<\/strong>, sorgt f\u00fcr heftige Kritik. F\u00fcnf <strong>AfD-Abgeordnete<\/strong> haben beim <strong>Bundesverfassungsgericht<\/strong> Eilantr\u00e4ge eingereicht, um die geplanten Sondersitzungen zu stoppen. Auch die <strong>Linkspartei<\/strong> pr\u00fcft rechtliche Schritte gegen das Verfahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eilantr\u00e4ge vor dem Bundesverfassungsgericht<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Bundesverfassungsgericht best\u00e4tigte, dass <strong>f\u00fcnf AfD-Abgeordnete<\/strong> Eilantr\u00e4ge gegen die Einberufung des alten Bundestags gestellt haben. <strong>Drei von ihnen geh\u00f6ren noch dem bisherigen Parlament an, zwei sind bereits Teil des neuen Bundestags<\/strong>. Zudem wurde eine <strong>Verfassungsbeschwerde eingereicht<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die AfD-Abgeordneten argumentieren, dass es <strong>undemokratisch sei, mit einem nicht mehr repr\u00e4sentativen Parlament weitreichende Verfassungs\u00e4nderungen<\/strong> zu beschlie\u00dfen. Sie wollen verhindern, dass noch vor der Konstituierung des neuen Bundestags am <strong>25. M\u00e4rz<\/strong> \u00c4nderungen am <strong>Grundgesetz<\/strong> vorgenommen werden, die unter anderem eine <strong>Lockerung der Schuldenbremse f\u00fcr Verteidigungsausgaben<\/strong> sowie die Schaffung eines <strong>500-Milliarden-Euro-Sonderverm\u00f6gens f\u00fcr Infrastruktur<\/strong> vorsehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXclzZlSaJpFIYwS4kOqYJbSwRUPdghfhhI59e2vuGZg_nFcc6__9hQVbJXa6yYaQcjS2bcI_4VWWyvQucBSWw4ua709Y87_Op8bBXPWrRag7UlRzvLX5Dc03FIBJRnM0PPWost8mw?key=wB1Hk9KDVOOzexiySBKIUV-3\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Klagen ist der <strong>Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts<\/strong> unter Vorsitz von <strong>Vizepr\u00e4sidentin Doris K\u00f6nig<\/strong>. Ein Zeitpunkt f\u00fcr eine Entscheidung wurde bislang nicht genannt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Linke erw\u00e4gt ebenfalls Klage<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die <strong>Linkspartei<\/strong> pr\u00fcft rechtliche Schritte gegen die <strong>Einberufung des alten Bundestags<\/strong>. Parteichef <strong>Jan van Aken<\/strong> erkl\u00e4rte, dass die Partei im Laufe des Tages \u00fcber eine m\u00f6gliche Klage entscheiden werde. <strong>\u201eEs ist absolut undemokratisch, dass Union und SPD diese Grundgesetz\u00e4nderungen noch mit den alten Mehrheiten beschlie\u00dfen wollen.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Van Aken kritisierte, dass Millionen Menschen erst vor wenigen Wochen zur Wahl gegangen seien, um einen neuen Bundestag zu w\u00e4hlen, der nun ignoriert werde. <strong>\u201eWarum bin ich eigentlich w\u00e4hlen gegangen, wenn die jetzt noch den alten Bundestag nehmen, weil ihnen der neue nicht gef\u00e4llt?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zudem betonte er, dass die <strong>Schuldenbremse auch mit dem neuen Bundestag reformiert oder abgeschafft werden k\u00f6nne<\/strong>. Die Linke stehe grunds\u00e4tzlich f\u00fcr Gespr\u00e4che bereit, um \u00fcber eine Anpassung der Schuldenregeln zu verhandeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum setzen Union und SPD auf den alten Bundestag?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Union und SPD haben sich darauf verst\u00e4ndigt, ein umfangreiches Finanzpaket auf den Weg zu bringen, das unter anderem eine <strong>Ausnahme von der Schuldenbremse f\u00fcr Verteidigungsausgaben<\/strong> vorsieht. Gleichzeitig soll ein <strong>Sonderverm\u00f6gen in H\u00f6he von 500 Milliarden Euro<\/strong> f\u00fcr Investitionen in die Infrastruktur geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diese Verfassungs\u00e4nderungen ist jedoch eine <strong>Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich<\/strong> \u2013 eine Mehrheit, die Union und SPD alleine nicht erreichen. Der alte Bundestag soll deshalb in <strong>zwei Sondersitzungen am 13. und 18. M\u00e4rz<\/strong> einberufen werden, um noch mit den bestehenden Mehrheiten abzustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der <strong>Konstituierung des neuen Bundestags am 25. M\u00e4rz<\/strong> w\u00e4re eine Zweidrittelmehrheit nur noch mit den Stimmen der erstarkten <strong>AfD oder der Linkspartei<\/strong> m\u00f6glich. Genau dies will die derzeitige Mehrheit aus Union und SPD offenbar vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bundestagspr\u00e4sidentin erwartet Klagen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Bundestagspr\u00e4sidentin B\u00e4rbel Bas<\/strong> stellte klar, dass sie <strong>keine rechtliche M\u00f6glichkeit<\/strong> habe, die Sondersitzungen zu verhindern. Sobald <strong>ein Drittel der Abgeordneten die Einberufung verlangt<\/strong>, sei sie dazu verpflichtet. Union und SPD haben diesen Antrag bereits gestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-rt.googleusercontent.com\/docsz\/AD_4nXfr-X5Se9VlLpJZydPUno0pELgWieMrTd0cwc6v8BeVafa9BwGqV-jVPgfeWxKH7zH5swVlT9G10SGupi-OYdeOFZ3TkNFNKat4ayO0xlYT7QtARV1cruLHyznqGFH7oXh0hLPs?key=wB1Hk9KDVOOzexiySBKIUV-3\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Bundestagspr\u00e4sidentin B\u00e4rbel Bas<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bas rechnet jedoch damit, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingeschaltet wird. Ob die Richter die Einberufung tats\u00e4chlich noch stoppen, bleibt abzuwarten. Sollte das Gericht dem Eilantrag stattgeben, m\u00fcssten Union und SPD eine <strong>neue Strategie f\u00fcr ihr Finanzpaket finden<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach intensiven Sondierungsgespr\u00e4chen haben CDU, CSU und SPD ein gemeinsames Papier vorgelegt, das die Grundlage f\u00fcr eine m\u00f6gliche Koalition bildet. Auf elf Seiten sind zahlreiche Vorhaben zu Steuern, Wirtschaft, Arbeit, Soziales, Migration und Klimapolitik skizziert. 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