{"id":6960,"date":"2025-02-25T09:47:20","date_gmt":"2025-02-25T14:47:20","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6960"},"modified":"2025-02-25T09:47:20","modified_gmt":"2025-02-25T14:47:20","slug":"bundesbank-verzeichnet-ersten-verlust-seit-ueber-40-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6960","title":{"rendered":"Bundesbank verzeichnet ersten Verlust seit \u00fcber 40 Jahren"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 1979 einen Jahresverlust verbucht. Laut dem ver\u00f6ffentlichten Gesch\u00e4ftsbericht f\u00fcr 2024 bel\u00e4uft sich das Minus auf <strong>19,2 Milliarden Euro<\/strong>. W\u00e4hrend 2023 noch durch die Aufl\u00f6sung von R\u00fcckstellungen ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht wurde, reichten diese Ma\u00dfnahmen im vergangenen Jahr nicht mehr aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hauptgrund: Belastung durch steigende Zinsen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Hauptfaktor f\u00fcr das negative Ergebnis ist die Geldpolitik der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), die in den vergangenen Monaten die Zinsen deutlich angehoben hat. Ziel dieser Zinserh\u00f6hungen war es, die hohe Inflation einzud\u00e4mmen. Doch diese Ma\u00dfnahmen haben Folgen f\u00fcr die Bundesbank, die als Teil des Eurosystems direkt betroffen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Notenbank h\u00e4lt gro\u00dfe Mengen an <strong>langfristigen, niedrig verzinsten Anleihen<\/strong>, die sie in den vergangenen Jahren im Rahmen der EZB-Kaufprogramme erworben hat. Gleichzeitig muss sie Banken f\u00fcr kurzfristige Einlagen nun deutlich h\u00f6here Zinsen zahlen. Diese Differenz f\u00fchrt zu steigenden Belastungen, sodass die <strong>Nettozinsaufwendungen 2024 bei 13,1 Milliarden Euro<\/strong> lagen \u2013 nur geringf\u00fcgig weniger als die 13,9 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen f\u00fcr die k\u00fcnftige Finanzpolitik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die aktuellen Verluste zeigen, wie stark die Bundesbank unter den ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen leidet. Die steigenden Zinsen verteuern die kurzfristigen Refinanzierungen, w\u00e4hrend die Ertr\u00e4ge aus den gehaltenen Anleihen weiterhin niedrig bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Experten erwarten, dass sich die finanzielle Situation der Bundesbank erst wieder entspannen wird, wenn die EZB ihre Geldpolitik anpasst. Sollten die Zinss\u00e4tze in den kommenden Jahren wieder sinken, k\u00f6nnten die Belastungen allm\u00e4hlich zur\u00fcckgehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Keine unmittelbare Gefahr f\u00fcr den Staatshaushalt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Bundesbank hohe Verluste schreibt, hat dies keine direkten Konsequenzen f\u00fcr den Bundeshaushalt. Normalerweise \u00fcberweist die Zentralbank ihre Gewinne an den Staat \u2013 diese Einnahmequelle bleibt nun jedoch aus. Dies k\u00f6nnte die finanzielle Planung des Bundes erschweren, insbesondere in Zeiten angespannter Haushaltslagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob und wann die Bundesbank wieder schwarze Zahlen schreibt, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von der weiteren Entwicklung der Zinsen ab. Sollte die Inflation sinken und eine Lockerung der Geldpolitik m\u00f6glich sein, k\u00f6nnte sich die Situation mittelfristig verbessern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verluste sind historisch, aber nicht bedrohlich<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Jahresverlust von 19,2 Milliarden Euro ist ein bedeutender Einschnitt in der Geschichte der Bundesbank. Dennoch stellt die aktuelle Lage keine unmittelbare Gefahr f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Institution dar. Die finanzielle Erholung wird jedoch davon abh\u00e4ngen, wie sich die Geldpolitik der EZB entwickelt und wie lange die hohen Zinsen bestehen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 1979 einen Jahresverlust verbucht. Laut dem ver\u00f6ffentlichten Gesch\u00e4ftsbericht f\u00fcr 2024 bel\u00e4uft sich das Minus auf 19,2 Milliarden Euro. W\u00e4hrend 2023 noch durch die Aufl\u00f6sung von R\u00fcckstellungen ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht wurde, reichten diese Ma\u00dfnahmen im vergangenen Jahr nicht mehr aus. Hauptgrund: Belastung durch steigende [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6961,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[304,269],"tags":[1522,314,327],"class_list":["post-6960","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland","category-wirtschaft","tag-bundesbank","tag-deutschland","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6960"}],"collection":[{"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6960"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6960\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6962,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6960\/revisions\/6962"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6960"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6960"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aktiengurus.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6960"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}