{"id":6815,"date":"2025-02-13T11:19:51","date_gmt":"2025-02-13T16:19:51","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6815"},"modified":"2025-02-13T11:19:51","modified_gmt":"2025-02-13T16:19:51","slug":"niedriglohnsektor-in-deutschland-13-millionen-jobs-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6815","title":{"rendered":"Niedriglohnsektor in Deutschland: 1,3 Millionen Jobs weniger"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Zahl der Niedriglohnjobs in Deutschland ist seit 2014 deutlich gesunken. Aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts zufolge gab es im April 2024 nur noch rund 6,3 Millionen Niedriglohnarbeitspl\u00e4tze. Im Vergleich zum Jahr 2014, als noch etwa 7,6 Millionen Menschen in Niedriglohnbereichen arbeiteten, ist dies ein R\u00fcckgang von rund 1,3 Millionen Jobs.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums f\u00fcr Makro\u00f6konomik, ist diese Entwicklung positiv zu bewerten: &#8220;Wenn die Menschen mehr Geld zur Verf\u00fcgung haben, k\u00f6nnen sie auch mehr konsumieren. Das kurbelt die Wirtschaft an.&#8221; Ein wesentlicher Grund f\u00fcr diesen R\u00fcckgang ist die j\u00fcngsten Tarifabschl\u00fcsse, die besonders bei unteren Einkommensbereichen zu h\u00f6heren L\u00f6hnen gef\u00fchrt haben. Dies wird als Reaktion auf die Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Besserverdiener profitieren ebenfalls<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Niedriglohnsektor umfasst alle Arbeitsverh\u00e4ltnisse, bei denen das Gehalt unter zwei Dritteln des mittleren Bruttostundenverdienstes liegt. 2024 lag diese Grenze bei 13,79 Euro brutto pro Stunde. Im Jahr 2014 betrug diese Schwelle noch etwa 10 Euro. Ein weiterer Faktor, der zu diesem R\u00fcckgang beigetragen hat, ist die Einf\u00fchrung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015 und die Erh\u00f6hung auf 12 Euro pro Stunde im Jahr 2022. Dadurch wurde der Niedriglohnsektor weiter reduziert, was sich besonders bei den unteren Einkommensgruppen bemerkbar machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ist der Abstand zwischen Geringverdienern und Besserverdienern geschrumpft. Die oberen zehn Prozent der Einkommensskala, die 2024 mindestens 39,05 Euro pro Stunde verdienten, erhielten nur noch das Dreifache des Lohns der Niedrigverdiener, im Vergleich zu 2014, als der Abstand noch bei 3,45-fach lag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ostdeutschland besonders betroffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern ist der R\u00fcckgang der Niedriglohnquote besonders stark ausgefallen. Von 2014 bis 2024 sank der Anteil der Niedriglohnjobs in Ostdeutschland von 35 Prozent auf nur noch 18 Prozent, was eine fast Halbierung bedeutet. In den westdeutschen Bundesl\u00e4ndern fiel der R\u00fcckgang mit nur drei Prozentpunkten von 19 auf 16 Prozent weniger drastisch aus. Dies wird vor allem auf die Industriestruktur und die gr\u00f6\u00dfere Zahl gutbezahlter Arbeitspl\u00e4tze im Westen zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herausforderungen bleiben bestehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz des R\u00fcckgangs der Niedriglohnjobs bleibt das Lohngef\u00e4lle zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Geringverdienern und Besserverdienern bestehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gehaltsunterschiede in den kommenden Jahren entwickeln werden, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkr\u00e4ftemangels und der Inflation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Niedriglohnjobs in Deutschland ist seit 2014 deutlich gesunken. 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