{"id":6180,"date":"2024-12-31T09:27:52","date_gmt":"2024-12-31T14:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6180"},"modified":"2025-02-24T10:18:47","modified_gmt":"2025-02-24T15:18:47","slug":"china-plant-gruenes-mega-kraftwerk-in-tibet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=6180","title":{"rendered":"China plant gr\u00fcnes Mega-Kraftwerk in Tibet"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nachbarn besorgt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong><em>China hat die Pl\u00e4ne f\u00fcr ein gigantisches Wasserkraftwerk am Yarlung Tsangpo in Tibet konkretisiert. Mit einer j\u00e4hrlichen Energieproduktion von 300 Milliarden Kilowattstunden k\u00f6nnte es fast zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs abdecken und das gr\u00f6\u00dfte Kraftwerk der Welt werden. Doch das Projekt, das auf den ersten Blick als Meilenstein der Energiewende erscheint, sorgt f\u00fcr erhebliche Kontroversen, sowohl national als auch international.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine neue \u00c4ra der Wasserkraft<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr das Mega-Kraftwerk k\u00f6nnten kaum g\u00fcnstiger sein. Der Yarlung Tsangpo, der durch die tiefste Schlucht der Welt flie\u00dft, verliert auf nur 50 Kilometern 2000 Meter an H\u00f6he \u2013 eine gewaltige Energiequelle. Die chinesische Regierung verfolgt diese Idee seit Jahrzehnten. Jetzt hat Peking das Projekt offiziell genehmigt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua soll die Region nicht nur von der Energieproduktion profitieren, sondern auch durch neue Arbeitspl\u00e4tze. \u201eDieses Kraftwerk ist ein wichtiger Schritt f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung Tibets und Chinas Klimaziele\u201c, so ein Vertreter von Xinhua.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zahlen und Dimensionen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit einer gesch\u00e4tzten Bauzeit von \u00fcber zehn Jahren und voraussichtlichen Kosten von rund 135 Milliarden Euro ist das Projekt nicht nur technisch, sondern auch finanziell eine gigantische Herausforderung. Zum Vergleich: Der Drei-Schluchten-Damm, derzeit das gr\u00f6\u00dfte Wasserkraftwerk der Welt, kostete etwa 30 Milliarden Euro und produziert j\u00e4hrlich 88 Milliarden Kilowattstunden \u2013 weniger als ein Drittel des geplanten neuen Kraftwerks.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Projekt mit Schattenseiten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Obwohl China mit dem Kraftwerk seinen wachsenden Energiehunger stillen und den Kohleverbrauch senken m\u00f6chte, werfen Kritiker zahlreiche Fragen auf. Die Bauarbeiten in der abgelegenen Region Medong werden durch die unzureichende Infrastruktur erschwert. Erst 2013 wurde dort die erste asphaltierte Stra\u00dfe fertiggestellt. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen wohl, wie beim Drei-Schluchten-Damm, Menschen umgesiedelt werden, auch wenn in Medong nur etwa 15.000 Einwohner leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die \u00f6kologischen Auswirkungen sind enorm. Der Eingriff in eines der unber\u00fchrtesten \u00d6kosysteme der Welt k\u00f6nnte schwerwiegende Folgen f\u00fcr Flora und Fauna haben. Der Yarlung Tsangpo beherbergt zahlreiche endemische Arten, die durch den Bau des Staudamms bedroht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Internationale Spannungen nehmen zu<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Sorgen der Nachbarl\u00e4nder Indien und Bangladesch sind noch gravierender. Der Yarlung Tsangpo wird flussabw\u00e4rts zum Brahmaputra, einer der wichtigsten Lebensadern der Region. Hunderte Millionen Menschen sind auf das Wasser angewiesen \u2013 sowohl f\u00fcr die Trinkwasserversorgung als auch f\u00fcr die Landwirtschaft. Indien bef\u00fcrchtet, dass China die Wasserzufuhr kontrollieren oder gezielt \u00dcberschwemmungen verursachen k\u00f6nnte. Ein indischer Regierungssprecher warnte: \u201eDieses Projekt k\u00f6nnte die Wassersicherheit in Indien und Bangladesch erheblich gef\u00e4hrden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Indien plant als Gegenma\u00dfnahme eigene Wasserkraftwerke entlang des Brahmaputra. Diese Projekte liegen jedoch flussabw\u00e4rts und k\u00f6nnten die Auswirkungen des chinesischen Mega-Staudamms kaum kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Meilenstein mit globalen Folgen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das Mega-Kraftwerk in Tibet ist ein Symbol f\u00fcr Chinas Ambitionen, weltweit f\u00fchrend in der nachhaltigen Energieproduktion zu werden. Doch es steht auch f\u00fcr die Herausforderungen solcher Projekte: Die \u00f6kologischen und sozialen Folgen sind enorm, und die geopolitischen Spannungen k\u00f6nnten sich weiter versch\u00e4rfen. W\u00e4hrend China auf einen technologischen Fortschritt setzt, bleibt die Frage offen, wie die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bew\u00e4ltigt werden sollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachbarn besorgt China hat die Pl\u00e4ne f\u00fcr ein gigantisches Wasserkraftwerk am Yarlung Tsangpo in Tibet konkretisiert. Mit einer j\u00e4hrlichen Energieproduktion von 300 Milliarden Kilowattstunden k\u00f6nnte es fast zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs abdecken und das gr\u00f6\u00dfte Kraftwerk der Welt werden. 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