{"id":5746,"date":"2024-11-28T10:46:10","date_gmt":"2024-11-28T15:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=5746"},"modified":"2025-02-24T10:18:50","modified_gmt":"2025-02-24T15:18:50","slug":"rente-mit-63-wer-wirklich-profitiert-und-wer-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=5746","title":{"rendered":"Rente mit 63: Wer wirklich profitiert \u2013 und wer nicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Rente mit 63 sollte urspr\u00fcnglich k\u00f6rperlich und psychisch stark belasteten Arbeitnehmern erm\u00f6glichen, vorzeitig und ohne finanzielle Einbu\u00dfen in den Ruhestand zu gehen. Doch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, dass die Regelung oft an ihrem Ziel vorbeigeht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Belastete Berufe profitieren kaum<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Rund 250.000 Menschen gehen j\u00e4hrlich vorzeitig in Rente \u2013 das entspricht etwa einem Drittel jedes Jahrgangs. Doch anstatt schwer belasteter Berufsgruppen wie Krankenschwestern, Malern oder Tischlern, die eigentlich im Fokus stehen sollten, profitieren h\u00e4ufig Angestellte aus weniger belastenden T\u00e4tigkeiten von der Rente mit 63.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur 30,6 Prozent der Fr\u00fchrentner waren laut DIW-Auswertung w\u00e4hrend ihres Arbeitslebens stark belastet. Dagegen waren knapp 40 Prozent in Berufen t\u00e4tig, die als leicht oder m\u00e4\u00dfig belastend gelten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>H\u00fcrden durch die Versicherungsjahre<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Hauptgrund f\u00fcr diese Schieflage liegt in den Voraussetzungen der Rente mit 63: Arbeitnehmer m\u00fcssen 45 Versicherungsjahre nachweisen, um abschlagsfrei fr\u00fcher in Rente gehen zu k\u00f6nnen. Viele Besch\u00e4ftigte in stark belastenden Berufen schaffen dies jedoch nicht, da sie aufgrund ihrer Belastung oft vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie untersuchte die Erwerbsbiografien von 8000 M\u00e4nnern des Geburtsjahrgangs 1957. 44 Prozent der stark belasteten Arbeitnehmer kamen lediglich auf 10 bis 30 Versicherungsjahre \u2013 zu wenig f\u00fcr die Rente mit 63.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reformvorschl\u00e4ge f\u00fcr mehr Gerechtigkeit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studienautoren fordern eine Neuausrichtung der Kriterien. \u201eDie Dauer der Erwerbskarriere ist ein unzureichender Indikator, um berufliche Belastungen zu messen\u201c, erkl\u00e4rt DIW-\u00d6konom Hermann Buslei. Stattdessen k\u00f6nnte die tats\u00e4chliche gesundheitliche und berufliche Belastung st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vorbild k\u00f6nnte das \u00f6sterreichische Modell der Schwerarbeitspension sein. Dort h\u00e4ngt der fr\u00fchere Renteneintritt nicht nur von der Dauer der Besch\u00e4ftigung, sondern auch von der Art der Belastung ab. Psychische Belastungen, die in der modernen Arbeitswelt immer wichtiger werden, k\u00f6nnten ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Idee w\u00e4re ein flexibles System, das es erm\u00f6glicht, je nach individueller Belastbarkeit fr\u00fcher in den Ruhestand zu gehen oder in Teilzeit weiterzuarbeiten. Dies k\u00f6nnte helfen, die Kosten im Rahmen zu halten und gleichzeitig belastete Arbeitnehmer besser zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zielgruppen verfehlt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie zeigt, dass die aktuelle Regelung oft nicht diejenigen erreicht, die sie am dringendsten ben\u00f6tigen. Eine Reform k\u00f6nnte dazu beitragen, die Rente mit 63 gerechter zu gestalten und die Unterst\u00fctzung gezielter auf die tats\u00e4chlich belasteten Arbeitnehmer auszurichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rente mit 63 sollte urspr\u00fcnglich k\u00f6rperlich und psychisch stark belasteten Arbeitnehmern erm\u00f6glichen, vorzeitig und ohne finanzielle Einbu\u00dfen in den Ruhestand zu gehen. Doch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, dass die Regelung oft an ihrem Ziel vorbeigeht. 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