{"id":4793,"date":"2024-09-10T12:16:02","date_gmt":"2024-09-10T16:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=4793"},"modified":"2025-02-24T10:17:56","modified_gmt":"2025-02-24T15:17:56","slug":"insolvenzen-in-deutschland-experten-warnen-vor-anstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=4793","title":{"rendered":"Insolvenzen in Deutschland: Experten warnen vor Anstieg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Trotz eines leichten R\u00fcckgangs im August 2024 um neun Prozent im Vergleich zum Vormonat, ist die Anzahl der Insolvenzen immer noch deutlich h\u00f6her als im Vorjahr. Laut dem Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist die Situation besonders in den Bundesl\u00e4ndern Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern und Sachsen besorgniserregend, wo die h\u00f6chsten Werte seit 2016 verzeichnet wurden.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aktuelle Zahlen und Trends<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Im August 2024 meldeten 1.282 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz an \u2013 ein R\u00fcckgang um neun Prozent im Vergleich zu Juli, aber immer noch 27 Prozent mehr als im August 2023. Steffen M\u00fcller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, prognostiziert: \u201eWir rechnen im September und Oktober mit einem erneuten Anstieg der Insolvenzen.\u201c Der Anstieg der Insolvenzen sei auch eine Folge der wirtschaftlichen Unsicherheiten in Deutschland, das derzeit am Rand einer Rezession steht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zukunftsprognosen: Anhaltender Trend zu steigenden Insolvenzen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>\u00d6konomen erwarten, dass die Insolvenzzahlen weiter steigen werden. Allianz Trade, der weltweit gr\u00f6\u00dfte Kreditversicherer, geht davon aus, dass die Zahl der Pleiten in Deutschland im Jahr 2024 um 21 Prozent auf rund 21.500 F\u00e4lle ansteigen wird. F\u00fcr 2025 wird ein weiterer Anstieg auf etwa 22.000 Insolvenzen erwartet. Hintergrund sind die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter hohe Energiepreise, steigende Kosten und Lieferengp\u00e4sse.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gro\u00dfinsolvenzen nehmen zu<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ein besonders beunruhigender Trend ist der Anstieg sogenannter Gro\u00dfinsolvenzen. Im ersten Halbjahr 2024 meldeten 40 gro\u00dfe Unternehmen Insolvenz an \u2013 der h\u00f6chste Wert seit 2015 und \u00fcber ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. \u201eWenn es zu Pleiten kommt, dann oft in gro\u00dfem Ausma\u00df\u201c, betont Milo Bogaerts, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Allianz Trade f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz. Besonders gro\u00dfe Insolvenzen h\u00e4tten \u201eeinen Dominoeffekt auf viele Unternehmen in der Lieferkette\u201c, was die wirtschaftliche Lage weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<p>Betroffen sind insbesondere der Bau- und Einzelhandelssektor sowie Dienstleister und Unternehmen aus den Bereichen M\u00f6bel und Haushaltswaren. Auch der Gesundheitssektor bleibt nicht verschont: Im ersten Halbjahr 2024 meldeten drei Kliniken Insolvenz an.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Dominoeffekte in den Lieferketten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Insolvenz gro\u00dfer Unternehmen hat oft schwerwiegende Folgen f\u00fcr die gesamte Lieferkette. Viele kleinere Zulieferer und Dienstleister geraten durch die Pleiten ihrer Auftraggeber in finanzielle Not. Das Ph\u00e4nomen des Dominoeffekts f\u00fchrt dazu, dass sich Insolvenzen innerhalb der Wertsch\u00f6pfungsketten weiter ausbreiten. Dies betrifft vor allem Branchen wie den Bau, den Einzelhandel und die Produktion von M\u00f6beln und Haushaltswaren, die eng mit vielen anderen Unternehmen vernetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen f\u00fcr den Mittelstand<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Besonders der Mittelstand leidet unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen. Steigende Kosten, Materialknappheit und sinkende Konsumausgaben belasten vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Viele von ihnen haben nicht die finanziellen Reserven, um die gestiegenen Betriebskosten zu tragen oder l\u00e4ngere Verz\u00f6gerungen in der Lieferkette zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirtschaftliche Unsicherheit h\u00e4lt an<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Lage der deutschen Wirtschaft bleibt angespannt, und die Prognosen deuten auf eine weitere Versch\u00e4rfung der Insolvenzentwicklung hin. Obwohl es im August 2024 einen leichten R\u00fcckgang gab, sind die Insolvenzzahlen im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin sehr hoch. Experten rechnen mit weiteren Pleiten in den kommenden Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wachsende Zahl von Gro\u00dfinsolvenzen k\u00f6nnte zudem zu massiven Verwerfungen in den Lieferketten f\u00fchren, was die wirtschaftliche Unsicherheit verst\u00e4rkt. \u201eDie wirtschaftlichen Folgen k\u00f6nnten weitreichend sein\u201c, warnt Steffen M\u00fcller vom IWH, und es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Politik und die betroffenen Branchen Wege finden, die Auswirkungen der steigenden Pleiten zu mildern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Trotz eines leichten R\u00fcckgangs im August 2024 um neun Prozent im Vergleich zum Vormonat, ist die Anzahl der Insolvenzen immer noch deutlich h\u00f6her als im Vorjahr. 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