{"id":11267,"date":"2026-08-17T16:27:42","date_gmt":"2026-08-17T20:27:42","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11267"},"modified":"2026-08-17T16:27:46","modified_gmt":"2026-08-17T20:27:46","slug":"sandoz-greift-nach-milliardenmarkt-fuer-biosimilars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11267","title":{"rendered":"Sandoz greift nach Milliardenmarkt f\u00fcr Biosimilars"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schweizer Pharmakonzern <strong>Sandoz<\/strong> baut seine Position im lukrativen Markt f\u00fcr Biosimilars aggressiv aus. Mit dem chinesischen Biotechnologieunternehmen <strong>Shanghai Henlius Biotech<\/strong> wurde eine weitreichende strategische Zusammenarbeit vereinbart, die zun\u00e4chst drei Wirkstoffkandidaten umfasst und perspektivisch auf <strong>bis zu zehn Biosimilar-Produkte<\/strong> ausgeweitet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11269\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-4.png 1000w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-4-300x150.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-4-768x384.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesamtvolumen der Vereinbarung kann <strong>322 Millionen US-Dollar<\/strong> erreichen. Bereits im laufenden Jahr k\u00f6nnten bei Henlius Zahlungen von bis zu <strong>100,5 Millionen US-Dollar<\/strong> verbucht werden. F\u00fcr Sandoz geht es dabei um weit mehr als einen einzelnen Lizenzdeal: Der Konzern versucht, sich fr\u00fchzeitig einen Platz in einem Markt zu sichern, in dem bei zahlreichen biologischen Arzneimitteln der Patentschutz ausl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drei Wirkstoffkandidaten er\u00f6ffnen neue M\u00e4rkte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum der ersten Vereinbarung stehen Biosimilars zu drei bekannten biologischen Arzneimitteln. Sie zielen auf unterschiedliche und teils sehr gro\u00dfe Therapiebereiche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Paket umfasst Kandidaten zu:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Cetuximab<\/strong>, bekannt unter anderem als <strong>Erbitux<\/strong>, zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Evolocumab<\/strong>, vermarktet als <strong>Repatha<\/strong>, zur Behandlung erh\u00f6hter Cholesterinwerte und zur Verringerung kardiovaskul\u00e4rer Risiken<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Belimumab<\/strong>, bekannt als <strong>Benlysta<\/strong>, zur Behandlung von <strong>Lupus<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entsprechenden Originalpr\u00e4parate erzielten 2025 zusammengenommen einen weltweiten Umsatz von rund <strong>10,8 Milliarden US-Dollar<\/strong>. Allein Evolocumab kam dabei auf etwa <strong>6,6 Milliarden Dollar<\/strong>, Belimumab auf <strong>2,5 Milliarden Dollar<\/strong> und Cetuximab auf rund <strong>1,7 Milliarden Dollar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Gesch\u00e4fts klar: Sandoz sichert sich Zugang zu Wirkstoffen, hinter denen bereits etablierte und milliardenschwere M\u00e4rkte stehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sandoz erh\u00e4lt Rechte au\u00dferhalb Chinas<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rollen der beiden Unternehmen sind klar aufgeteilt. <strong>Henlius<\/strong> \u00fcbernimmt die Entwicklung, Herstellung und Versorgung der geplanten Medikamente. <strong>Sandoz<\/strong> erh\u00e4lt die Rechte f\u00fcr Registrierung und Vermarktung au\u00dferhalb <strong>Chinas<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Cetuximab-Kandidaten umfasst das exklusive Gebiet unter anderem die <strong>USA, Kanada, die Europ\u00e4ische Union, Gro\u00dfbritannien, die Schweiz, Japan, Australien und Neuseeland<\/strong>. Bei den geplanten Biosimilars zu Evolocumab und Belimumab erstrecken sich die exklusiven Rechte auf die weltweiten M\u00e4rkte au\u00dferhalb Chinas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das verschafft Sandoz einen erheblichen internationalen Hebel. Der Konzern verf\u00fcgt nach eigenen Angaben \u00fcber ein Portfolio von rund <strong>1.300 Arzneimitteln<\/strong>, ist in etwa <strong>100 L\u00e4ndern<\/strong> vertreten und erreicht weltweit mehr als <strong>eine Milliarde Patienten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Medikamente sind noch nicht marktreif<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der hohen Summen handelt es sich keineswegs um bereits fertige Produkte. Mehrere Kandidaten befinden sich noch in fr\u00fchen Entwicklungsstadien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Zwischen der heutigen Vereinbarung und einer m\u00f6glichen Markteinf\u00fchrung liegen noch klinische Pr\u00fcfungen, regulatorische Verfahren und weitere Entwicklungsschritte. Ein Teil der vereinbarten Zahlungen ist deshalb an bestimmte Meilensteine gekoppelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Sandoz ist das zugleich Chance und Risiko. Der Konzern kann sich fr\u00fchzeitig Rechte an attraktiven Wirkstoffen sichern, tr\u00e4gt aber auch das Risiko, dass einzelne Entwicklungsprogramme nicht erfolgreich abgeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kooperation kann auf zehn Biosimilars wachsen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders bemerkenswert ist die langfristige Dimension des Abkommens. Die Zusammenarbeit ist nicht auf die drei zun\u00e4chst vereinbarten Wirkstoffe beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt kann die Kooperation <strong>bis zu zehn Biosimilar-Produkte<\/strong> beziehungsweise entsprechende Entwicklungsprogramme umfassen. Zus\u00e4tzlich hat Sandoz eine Option auf <strong>rekombinante humane Hyaluronidase<\/strong> erhalten, ein Enzym, das unter anderem dabei helfen kann, die Aufnahme bestimmter injizierter Medikamente zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit entsteht ein deutlich gr\u00f6\u00dferes Portfolio als zun\u00e4chst auf den ersten Blick erkennbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sandoz-Pipeline k\u00f6nnte durch die Vereinbarung von derzeit <strong>39 auf bis zu 46 Wirkstoffkandidaten<\/strong> wachsen. F\u00fcr den Konzern ist das ein wichtiger Schritt, um m\u00f6gliche L\u00fccken im zuk\u00fcnftigen Biosimilar-Markt fr\u00fchzeitig zu besetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Biosimilars werden f\u00fcr Pharmaindustrie immer wichtiger<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Biosimilars sind biologische Arzneimittel, die einem bereits zugelassenen biologischen Referenzpr\u00e4parat hochgradig \u00e4hnlich sind. Anders als bei klassischen Generika geht es dabei nicht einfach um eine chemisch identische Kopie. Biologische Wirkstoffe sind wesentlich komplexer aufgebaut und werden mithilfe lebender Zellsysteme hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb ist die Entwicklung anspruchsvoll und teuer. Gleichzeitig er\u00f6ffnen Biosimilars nach Ablauf von Exklusivit\u00e4ts- und Patentrechten die M\u00f6glichkeit, den Wettbewerb zu erh\u00f6hen und den Zugang zu wichtigen Therapien auszuweiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Sandoz ist genau dieser bevorstehende Marktumbruch von zentraler Bedeutung. Der Konzern will sich m\u00f6glichst fr\u00fch jene Produkte sichern, die nach dem Ende des Patentschutzes erhebliche Umsatzpotenziale bieten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>AstraZeneca kassiert dagegen einen herben R\u00fcckschlag<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Sandoz seine Pipeline kr\u00e4ftig erweitert, erlebt der britische Pharmakonzern <strong>AstraZeneca<\/strong> einen empfindlichen D\u00e4mpfer. Eine wichtige klinische Phase-3-Studie mit dem Wirkstoff <strong>Volrustomig<\/strong> zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs wurde vorzeitig beendet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11270\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-5.png 1000w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-5-300x150.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/image-5-768x384.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein unabh\u00e4ngiges Kontrollgremium kam zu dem Schluss, dass die untersuchte Kombination aus Volrustomig und Chemotherapie die entscheidenden Ziele der Studie voraussichtlich nicht erreichen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mittelpunkt standen zwei zentrale Messgr\u00f6\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die <strong>Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>das <strong>Gesamt\u00fcberleben der Patienten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Untersucht wurde <strong>metastasierter nicht-kleinzelliger Lungenkrebs<\/strong>. Das vorzeitige Ende der Studie ist deshalb besonders bitter, weil Phase-3-Programme bereits zu den fortgeschrittensten und teuersten Abschnitten der Arzneimittelentwicklung geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>AstraZeneca k\u00e4mpft mit mehreren Pipeline-Problemen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Volrustomig-R\u00fcckschlag kommt f\u00fcr AstraZeneca nicht aus heiterem Himmel. Bereits zuvor hatte der Konzern mehrere Probleme bei wichtigen Medikamentenkandidaten zu verkraften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So scheiterte das Herzmedikament <strong>Wainua<\/strong> in einer sp\u00e4ten Studienphase. Beim Brustkrebswirkstoff <strong>Camizestrant<\/strong> verweigerten die US-Beh\u00f6rden die Zulassung, wobei das <strong>Studiendesign<\/strong> eine entscheidende Rolle spielte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch <strong>Ultomiris<\/strong> erreichte bei einer Untersuchung gegen eine seltene Erkrankung die vorgesehenen Studienziele nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit w\u00e4chst der Druck auf die gesamte Medikamentenpipeline des Konzerns. F\u00fcr Anleger ist das von erheblicher Bedeutung, denn neue Medikamente sind der entscheidende Treiber k\u00fcnftiger Ums\u00e4tze, wenn \u00e4ltere Produkte ihren Patentschutz verlieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Unterschied k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei <strong>Sandoz<\/strong> sorgt der Henlius-Deal f\u00fcr einen kr\u00e4ftigen Ausbau der strategischen Pipeline. Bis zu <strong>zehn Biosimilars<\/strong>, ein m\u00f6gliches Gesamtvolumen von <strong>322 Millionen US-Dollar<\/strong> und Zugang zu Wirkstoffm\u00e4rkten mit Milliardenums\u00e4tzen machen die Vereinbarung zu einem gewichtigen Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>AstraZeneca<\/strong> muss dagegen erkl\u00e4ren, warum mehrere Entwicklungsprogramme hinter den Erwartungen zur\u00fcckbleiben. Besonders problematisch ist die H\u00e4ufung von R\u00fcckschl\u00e4gen in sp\u00e4teren Entwicklungsphasen, wenn bereits erhebliche Zeit und finanzielle Mittel in einen Wirkstoff geflossen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pharmamarkt zeigt damit innerhalb weniger Stunden zwei v\u00f6llig unterschiedliche Seiten: <strong>Sandoz investiert offensiv in k\u00fcnftige Arzneimittelm\u00e4rkte, w\u00e4hrend AstraZeneca mit R\u00fcckschl\u00e4gen in seiner eigenen Pipeline k\u00e4mpfen muss.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Pharmakonzern Sandoz baut seine Position im lukrativen Markt f\u00fcr Biosimilars aggressiv aus. Mit dem chinesischen Biotechnologieunternehmen Shanghai Henlius Biotech wurde eine weitreichende strategische Zusammenarbeit vereinbart, die zun\u00e4chst drei Wirkstoffkandidaten umfasst und perspektivisch auf bis zu zehn Biosimilar-Produkte ausgeweitet werden kann. 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