{"id":11253,"date":"2026-08-10T09:41:48","date_gmt":"2026-08-10T13:41:48","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11253"},"modified":"2026-08-10T09:41:49","modified_gmt":"2026-08-10T13:41:49","slug":"eu-verpackungsregeln-das-aendert-sich-ab-mittwoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11253","title":{"rendered":"EU-Verpackungsregeln: Das \u00e4ndert sich ab Mittwoch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab <strong>12. August 2026<\/strong> gelten in der Europ\u00e4ischen Union die ersten verbindlichen Vorgaben der neuen <strong>EU-Verpackungsverordnung (PPWR)<\/strong>. F\u00fcr Verbraucher bedeutet das zun\u00e4chst keine komplette Revolution beim Einkauf. Dennoch k\u00f6nnen sich einige allt\u00e4gliche Dinge ver\u00e4ndern \u2013 vom <strong>Pizzakarton<\/strong> \u00fcber die Fleischschale beim Metzger bis zur Verpackung beim Take-away.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte <strong>PFAS<\/strong>, langlebige Chemikalien, die k\u00fcnftig in Lebensmittelverpackungen nur noch in extrem begrenzten Mengen vorkommen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Regeln f\u00fcr Verpackungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die PPWR soll Verpackungen \u00fcber ihren gesamten Lebenszyklus umweltvertr\u00e4glicher machen. Ziel ist es, Verpackungsm\u00fcll zu reduzieren, die Recyclingf\u00e4higkeit zu verbessern und die europ\u00e4ische <strong>Kreislaufwirtschaft<\/strong> voranzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verordnung ist bereits am <strong>11. Februar 2025<\/strong> in Kraft getreten. Ab <strong>12. August 2026<\/strong> werden nun die ersten Regelungen verbindlich. Weitere Vorgaben folgen <strong>2027, 2028, 2029 und 2030<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU verfolgt damit auch die Ziele des <strong>European Green Deal<\/strong>, mit dem Europa langfristig zum ersten klimaneutralen Kontinent werden soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pizzakartons werden weniger fettabweisend<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Alltag d\u00fcrften Verbraucher die neuen Regeln vor allem bei Verpackungen bemerken, die unmittelbar mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh\u00f6ren unter anderem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pizzakartons<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Br\u00f6tchent\u00fcten<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nudelboxen<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fleischschalen<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Take-away-Verpackungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Verpackungen m\u00fcssen k\u00fcnftig nahezu frei von <strong>per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS)<\/strong> sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einzelne nachgewiesene PFAS-Verbindungen gilt ein Grenzwert von <strong>25 ppb<\/strong>. Das entspricht lediglich <strong>25 Millionstel Gramm pro Kilogramm Verpackungsmaterial<\/strong>. F\u00fcr die Summe einzelner Verbindungen gilt ein Grenzwert von <strong>250 ppb<\/strong>, w\u00e4hrend der gesamte PFAS-Gehalt h\u00f6chstens <strong>50 Milligramm pro Kilogramm<\/strong> betragen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann durchaus sichtbare Konsequenzen haben: Ein Pizzakarton muss nicht mehr so stark gegen Fett und Feuchtigkeit abgeschirmt sein. Dadurch k\u00f6nnen sich <strong>Fettflecken schneller ausbreiten<\/strong> oder das Papier bei besonders fettigen Speisen leichter durchweichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sind eigentlich PFAS?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PFAS sind k\u00fcnstlich hergestellte Chemikalien mit besonders wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Genau diese Eigenschaften machten sie f\u00fcr zahlreiche industrielle Anwendungen attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wurden und werden unter anderem bei <strong>Lebensmittelverpackungen, Kochgeschirr, Outdoorbekleidung und Pfannen<\/strong> eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem ist ihre au\u00dfergew\u00f6hnliche Best\u00e4ndigkeit. Viele PFAS bauen sich in der Umwelt nur \u00e4u\u00dferst langsam ab und werden deshalb h\u00e4ufig als <strong>\u201eEwigkeitschemikalien\u201c<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bestimmte PFAS stehen zudem im Verdacht beziehungsweise Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen, darunter Auswirkungen auf <strong>Leber, Immunsystem und Hormonsystem<\/strong>. Einige Vertreter werden auch als krebserregend eingestuft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen Grenzwerte sollen deshalb verhindern, dass diese Stoffe weiterhin in gro\u00dfen Mengen \u00fcber Verpackungen in die Umwelt und letztlich in <strong>Lebensmittel und Trinkwasser<\/strong> gelangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nicht jede alte Verpackung muss sofort verschwinden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Verbraucher wichtig: Am <strong>12. August 2026<\/strong> wird nicht automatisch jede vorhandene Verpackung verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist grunds\u00e4tzlich, <strong>wann eine Verpackung in Verkehr gebracht wird<\/strong>. Genau hier entstehen Unterschiede zwischen Hersteller- und Serviceverpackungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verpackt beispielsweise ein Metzger Fleisch bereits am <strong>11. August 2026<\/strong>, kann die Ware unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin in einer Verpackung verkauft werden, die noch den bisherigen Anforderungen entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders sieht es bei Verpackungen aus, die der Metzger <strong>ab dem 12. August<\/strong> neu einkauft. Diese m\u00fcssen den geltenden PPWR-Anforderungen entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verbraucher werden den Wechsel kaum sofort sehen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Regeln sind bereits seit l\u00e4ngerer Zeit bekannt. Hersteller hatten daher Gelegenheit, ihre Verpackungen umzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb d\u00fcrfte der Unterschied im Supermarkt, beim Metzger oder in der Pizzeria zun\u00e4chst eher unspektakul\u00e4r ausfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein m\u00f6glicher Hinweis kann eine weniger stark beschichtete Verpackung sein. Wenn beispielsweise ein Tropfen \u00d6l schnell in einen Papierkarton einzieht, kann das auf eine ver\u00e4nderte Beschichtung hindeuten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings gilt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Fettfleck ist kein Beweis f\u00fcr eine PFAS-freie Verpackung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Angabe <strong>\u201ePFOA-frei\u201c<\/strong> reicht nicht aus. Sie bezieht sich lediglich auf bestimmte PFAS-Verbindungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aussagekr\u00e4ftiger w\u00e4ren Hinweise wie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>PFAS-frei<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>PFC-frei<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>fluorfrei<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht besteht derzeit allerdings noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kaffeebecher bleiben weitgehend unver\u00e4ndert<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei klassischen Pappbechern f\u00fcr Kaffee und andere Hei\u00dfgetr\u00e4nke d\u00fcrfte sich dagegen zun\u00e4chst wenig ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund: Diese Becher besitzen \u00fcblicherweise eine <strong>Kunststoffbeschichtung<\/strong>, die in der Regel keine PFAS ben\u00f6tigt. Deshalb betrifft die neue Regelung diese Verpackungen weniger unmittelbar als fettabweisende Lebensmittelverpackungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unternehmen m\u00fcssen genau ihre Rolle pr\u00fcfen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die PPWR richtet sich in erster Linie an Unternehmen. Dabei kommt es darauf an, welche Funktion ein Unternehmen innerhalb der Lieferkette \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterschieden wird unter anderem zwischen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Erzeugern<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Herstellern<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Importeuren<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Lieferanten<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vertreibern<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Rolle k\u00f6nnen unterschiedliche Pflichten entstehen. Dazu k\u00f6nnen eine <strong>Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung<\/strong>, die Registrierung im Verpackungsregister <strong>LUCID<\/strong> oder die Beteiligung an einem dualen System geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders interessant ist eine Regelung f\u00fcr H\u00e4ndler: Kauft ein Unternehmen eine Standardverpackung beim Hersteller, liegt die Verantwortung grunds\u00e4tzlich beim Hersteller. L\u00e4sst der H\u00e4ndler die Verpackung jedoch selbst bedrucken, kann er dadurch selbst zum Erzeuger im Sinne der Verordnung werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch ein aufgeklebtes Versandetikett kann unter bestimmten Umst\u00e4nden dazu f\u00fchren, dass entsprechende Pflichten entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ab 2027 m\u00fcssen H\u00e4ndler eigene Beh\u00e4lter akzeptieren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chste wichtige \u00c4nderung kommt bereits am <strong>12. Februar 2027<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann greift die sogenannte <strong>Mitnahme-Verpflichtung f\u00fcr To-go-Angebote<\/strong>. Bringt ein Kunde einen eigenen, hygienisch geeigneten Beh\u00e4lter mit, m\u00fcssen bestimmte Lebensmittelh\u00e4ndler und Gastronomiebetriebe diesen grunds\u00e4tzlich bef\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das betrifft beispielsweise:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Metzgereien<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>B\u00e4ckereien<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Cafeterien<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gastronomiebetriebe<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Bef\u00fcllen des mitgebrachten Beh\u00e4lters darf <strong>keine zus\u00e4tzliche Geb\u00fchr<\/strong> verlangt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2028 kommt die Kennzeichnungspflicht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab <strong>12. August 2028<\/strong> m\u00fcssen Verpackungen Angaben zu ihrer <strong>Materialzusammensetzung<\/strong> tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein EU-weit einheitliches Symbol soll Verbrauchern helfen, Verpackungen richtig zuzuordnen. Damit soll insbesondere verhindert werden, dass recyclingf\u00e4hige Materialien im falschen Abfallstrom landen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2029 wird Wiederverwendung sichtbar<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab <strong>12. Februar 2029<\/strong> folgt eine weitere Kennzeichnungspflicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wiederverwendbare Verpackungen, beispielsweise aus dem Take-away-Bereich, m\u00fcssen entsprechend gekennzeichnet werden. Zus\u00e4tzlich ist ein <strong>QR-Code<\/strong> vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber diesen sollen H\u00e4ndler und Verbraucher unter anderem nachvollziehen k\u00f6nnen, <strong>wie lange sich eine Verpackung bereits im Umlauf befindet<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ab 2030 werden bestimmte Einwegverpackungen verboten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders einschneidend wird die n\u00e4chste Stufe ab <strong>2030<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bestimmte Einwegkunststoffverpackungen f\u00fcr den Verzehr vor Ort im Gastgewerbe sollen dann verschwinden. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise kleine Portionsbeh\u00e4lter f\u00fcr:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kaffeesahne<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Senf<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Saucen<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zucker<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig soll unn\u00f6tiger Verpackungsraum verschwinden. Verpackungen m\u00fcssen dann st\u00e4rker auf das <strong>notwendige Mindestma\u00df bei Gewicht und Volumen<\/strong> reduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Weniger unn\u00f6tige Luft, weniger \u00fcberdimensionierte Umverpackungen und langfristig deutlich strengere Vorgaben f\u00fcr den Einsatz von Verpackungsmaterial.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab 12. August 2026 gelten in der Europ\u00e4ischen Union die ersten verbindlichen Vorgaben der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR). 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