{"id":11122,"date":"2026-07-07T09:50:22","date_gmt":"2026-07-07T13:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11122"},"modified":"2026-07-07T09:50:23","modified_gmt":"2026-07-07T13:50:23","slug":"kanada-beschert-tkms-einen-riesenauftrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11122","title":{"rendered":"Kanada beschert TKMS einen Riesenauftrag"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Milliardenprojekt f\u00fcr den deutschen U-Boot-Bau<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kieler Marinespezialist <strong>TKMS<\/strong> steht vor einem der gr\u00f6\u00dften Auftr\u00e4ge seiner Unternehmensgeschichte. Kanada hat sich beim geplanten Neubau seiner U-Boot-Flotte f\u00fcr den deutschen Anbieter entschieden. Gebaut werden sollen <strong>zw\u00f6lf konventionell angetriebene U-Boote<\/strong> des hochmodernen Typs <strong>212 CD<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"871\" height=\"552\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11124\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-5.png 871w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-5-300x190.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-5-768x487.png 768w\" sizes=\"(max-width: 871px) 100vw, 871px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit schl\u00e4gt TKMS den s\u00fcdkoreanischen Konkurrenten <strong>Hanwha Ocean<\/strong> aus dem Rennen. Die Entscheidung ist ein massiver Erfolg f\u00fcr den deutschen Schiffbau, f\u00fcr den Standort Norddeutschland und f\u00fcr die milit\u00e4rische Zusammenarbeit innerhalb der <strong>Nato<\/strong>. Das erste Boot soll nach bisherigen Planungen im Jahr <strong>2033<\/strong> an Kanada \u00fcbergeben werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Auftrag mit enormer Wucht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dimension des Projekts ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. TKMS verf\u00fcgt bereits \u00fcber ein Orderbuch von <strong>20,8 Milliarden Euro<\/strong>. Darin enthalten sind unter anderem U-Boote des Typs <strong>212 CD<\/strong> f\u00fcr Deutschland und Norwegen. Mit Kanada kommt nun ein weiterer Gro\u00dfkunde hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Unternehmensangaben w\u00e4chst der Auftragsbestand durch das kanadische Projekt um mehr als <strong>zehn Milliarden Euro<\/strong>. \u00dcber die gesamte Lebensdauer der Boote d\u00fcrfte das Volumen jedoch deutlich dar\u00fcber liegen. Denn bei U-Booten endet der wirtschaftliche Wert nicht mit dem Bau. Hinzu kommen Wartung, Modernisierung, Ersatzteile, Ausbildung und technische Dienstleistungen \u00fcber mehrere Jahrzehnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtige Eckdaten des Projekts:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>12 U-Boote<\/strong> f\u00fcr die kanadische Marine<\/li>\n\n\n\n<li>Typ <strong>212 CD<\/strong>, modernste konventionelle U-Boot-Klasse von TKMS<\/li>\n\n\n\n<li>Erste Lieferung geplant f\u00fcr <strong>2033<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Auftragsbestand von TKMS steigt um mehr als <strong>zehn Milliarden Euro<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Bau der Boote vollst\u00e4ndig in <strong>Deutschland<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Zusammenarbeit mit <strong>Kongsberg Defence &amp; Aerospace<\/strong> aus Norwegen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kanada setzt auf deutsche Technik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kanada hatte das <strong>Canadian Patrol Submarine Project<\/strong> bereits im Jahr <strong>2021<\/strong> gestartet. Ziel ist die Erneuerung der eigenen U-Boot-Flotte. Seit <strong>August 2025<\/strong> standen TKMS und <strong>Hanwha Ocean<\/strong> als finale Bewerber im Wettbewerb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung zugunsten von TKMS ist ein deutliches Signal. Kanada setzt nicht auf einen asiatischen Anbieter, sondern auf ein europ\u00e4isches System, das eng mit den Bed\u00fcrfnissen der Nato verbunden ist. Das st\u00e4rkt die gemeinsame Verteidigungsf\u00e4higkeit im Nordatlantik und in der Arktis erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TKMS erkl\u00e4rte dazu: \u201eDies ist ein historischer Meilenstein f\u00fcr Kanada, Deutschland und Norwegen und der Beginn einer langfristigen strategischen Partnerschaft, die die Sicherheit, die industrielle Zusammenarbeit und die kollektive Verteidigung im gesamten Nordatlantik st\u00e4rken wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nato bekommt eine gemeinsame U-Boot-Basis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gro\u00dfe Vorteil liegt in der Vereinheitlichung. Deutschland, Norwegen und Kanada k\u00f6nnen k\u00fcnftig auf eine gemeinsame U-Boot-Plattform setzen. Das erleichtert Ausbildung, Wartung, Ersatzteilversorgung und den Austausch milit\u00e4rischer Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundesverteidigungsminister <strong>Boris Pistorius<\/strong> brachte die strategische Bedeutung auf den Punkt: \u201eGemeinsam werden wir die weltweit gr\u00f6\u00dfte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er verwies au\u00dferdem auf die gemeinsame Nutzung von Daten: \u201eDie Informationen, die unsere 24 U-Boote im Nordatlantik, in der Arktis und im hohen Norden sammeln werden, k\u00f6nnen wir schnell untereinander austauschen, analysieren und nutzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade angesichts wachsender Spannungen in der Arktis gewinnt eine solche Unterwasserflotte erheblich an Gewicht. Es geht um Kontrolle, Aufkl\u00e4rung, Abschreckung und Pr\u00e4senz in Regionen, die sicherheitspolitisch immer wichtiger werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Komplettbau in Norddeutschland<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den deutschen Industriestandort ist besonders wichtig: Die Boote sollen vollst\u00e4ndig in Deutschland gefertigt werden. TKMS-Chef <strong>Oliver Burkhard<\/strong> sagte: \u201eDie Boote werden vollumf\u00e4nglich in Deutschland gebaut und aus Deutschland an Kanada abgeliefert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum steht die Werft in <strong>Kiel<\/strong>. Zus\u00e4tzlich wird der Standort <strong>Wismar<\/strong> eng eingebunden. TKMS hatte die Werft im Jahr <strong>2022<\/strong> aus der Insolvenzmasse von <strong>MV Werften<\/strong> \u00fcbernommen, um zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kanada soll dennoch nicht nur K\u00e4ufer sein, sondern auch industriell beteiligt werden. Geplant sind Zulieferungen f\u00fcr das Gro\u00dfprojekt, etwa bei <strong>nicht-magnetischem Stahl<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vertrag muss noch ausgehandelt werden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der gro\u00dfen politischen Entscheidung ist der endg\u00fcltige Vertrag noch nicht abgeschlossen. TKMS ist zun\u00e4chst bevorzugter Bieter. Die Details des Milliardenauftrags m\u00fcssen nun verhandelt werden. Ziel ist ein Vertragsabschluss bis <strong>Ende 2026<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die geplante erste Lieferung im Jahr <strong>2033<\/strong> ist ehrgeizig. Sie k\u00f6nnte nur dann funktionieren, wenn Deutschland oder Norwegen eines der fr\u00fchen f\u00fcr die eigene Marine vorgesehenen Boote an Kanada abgeben. Das zeigt, wie eng der Zeitplan ist und wie stark die Nachfrage nach dieser U-Boot-Klasse bereits jetzt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten Engp\u00e4sse entstehen, k\u00f6nnte TKMS auch europ\u00e4ische Werftpartner einbinden. Genannt wurde unter anderem <strong>Navantia<\/strong> in Spanien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Burkhard gibt ein klares Versprechen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr TKMS ist der kanadische Zuschlag ein Prestigeprojekt mit enormer Verantwortung. <strong>Oliver Burkhard<\/strong> sagte: \u201eWir haben heute das Vertrauen von Kanada gewonnen. Das ist der Beginn einer vielleicht Dekaden dauernden Partnerschaft mit Kanada.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die Umsetzung: \u201eMit dem CPSP \u00fcbernehmen wir stolz den gr\u00f6\u00dften Einzelauftrag in der Geschichte von TKMS \u2013 und damit geht ein klares Versprechen einher: Wir werden liefern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist mehr als eine \u00fcbliche Managerformel. TKMS muss nun beweisen, dass der Konzern Gro\u00dfauftr\u00e4ge dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung p\u00fcnktlich, technisch zuverl\u00e4ssig und industriell sauber abarbeiten kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>TKMS wird zur Schwergewicht-Werft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TKMS besch\u00e4ftigt rund <strong>9100 Menschen<\/strong> und ist das gr\u00f6\u00dfte deutsche Werftunternehmen. Am Stammsitz in <strong>Kiel<\/strong> arbeiten etwa <strong>3300 Besch\u00e4ftigte<\/strong>. Die Eigent\u00fcmerstruktur zeigt weiterhin eine starke Verbindung zu ThyssenKrupp: <strong>51 Prozent<\/strong> h\u00e4lt der fr\u00fchere Alleineigner, <strong>39 Prozent<\/strong> befinden sich seit dem B\u00f6rsengang im <strong>Oktober 2025<\/strong> im Streubesitz, <strong>zehn Prozent<\/strong> h\u00e4lt die <strong>Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ThyssenKrupp-Chef <strong>Miguel \u00c1ngel L\u00f3pez Borrego<\/strong> sagte, der B\u00f6rsengang habe TKMS \u201egenau die Freiheit gegeben, solche Auftr\u00e4ge zu akquirieren. Wir werden noch viel Freude mit TKMS haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch Fregatten f\u00fcllen die B\u00fccher<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zum U-Boot-Gesch\u00e4ft baut TKMS seine Rolle bei \u00dcberwasserschiffen aus. Das Unternehmen soll <strong>vier Fregatten des Typs F128<\/strong> f\u00fcr die Deutsche Marine bauen. Das Projekt hat ein erwartetes Volumen von <strong>6,6 Milliarden Euro<\/strong>. Zus\u00e4tzlich ist eine Option auf <strong>vier weitere Schiffe<\/strong> vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die F128 basiert auf der bew\u00e4hrten <strong>Meko A-200<\/strong>, wird aber f\u00fcr deutsche Anforderungen modernisiert. Hintergrund ist das gescheiterte Kosten- und Zeitmanagement beim fr\u00fcheren Fregattenprojekt <strong>F126<\/strong>. Dort waren die Kosten aus Sicht des Bundes massiv aus dem Ruder gelaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Milliardenprojekt f\u00fcr den deutschen U-Boot-Bau Der Kieler Marinespezialist TKMS steht vor einem der gr\u00f6\u00dften Auftr\u00e4ge seiner Unternehmensgeschichte. Kanada hat sich beim geplanten Neubau seiner U-Boot-Flotte f\u00fcr den deutschen Anbieter entschieden. Gebaut werden sollen zw\u00f6lf konventionell angetriebene U-Boote des hochmodernen Typs 212 CD. 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