{"id":11045,"date":"2026-06-24T10:23:56","date_gmt":"2026-06-24T14:23:56","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11045"},"modified":"2026-06-24T10:23:57","modified_gmt":"2026-06-24T14:23:57","slug":"fregatten-aus-loest-rheinmetall-kurssturz-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=11045","title":{"rendered":"Fregatten-Aus l\u00f6st Rheinmetall-Kurssturz aus"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Milliardenauftrag wandert \u00fcberraschend zu TKMS<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00fcberraschende Abbruch des deutschen Fregattenprojekts <strong>F126<\/strong> hat die B\u00f6rse ersch\u00fcttert. Die <strong>Rheinmetall-Aktie<\/strong> brach am Mittwochnachmittag um beinahe <strong>18 Prozent<\/strong> ein und rutschte auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zeitweise n\u00e4herte sich der Verlust sogar der Marke von <strong>20 Prozent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"765\" height=\"655\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/image-28.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11047\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/image-28.png 765w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/image-28-300x257.png 300w\" sizes=\"(max-width: 765px) 100vw, 765px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesverteidigungsministerium best\u00e4tigte, dass die geplante Anschaffung von <strong>sechs F126-Fregatten<\/strong> nicht fortgesetzt wird. Stattdessen sollen bis zu <strong>acht Kriegsschiffe des Typs Meko A-200<\/strong> bei <strong>Thyssenkrupp Marine Systems<\/strong>, kurz <strong>TKMS<\/strong>, bestellt werden. F\u00fcr Rheinmetall bedeutet die Kehrtwende den m\u00f6glichen Verlust milliardenschwerer Einnahmen. TKMS wird dagegen zum gro\u00dfen Gewinner der radikalen Neuordnung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ministerium beendet ein milliardenschweres Debakel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich sollte die Deutsche Marine <strong>sechs Fregatten des Typs F126<\/strong> f\u00fcr rund <strong>zehn Milliarden Euro<\/strong> erhalten. Der Auftrag war bereits im <strong>Juni 2020<\/strong> vergeben worden. Doch anstatt planm\u00e4\u00dfig voranzukommen, wurde das Vorhaben von Verz\u00f6gerungen, steigenden Ausgaben und wachsenden technischen Risiken ausgebremst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verteidigungsministerium begr\u00fcndete den Abbruch mit \u201eden erheblichen Verz\u00f6gerungen im Projekt, den absehbaren Kostensteigerungen und Risiken, die mit einem Generalunternehmerwechsel einhergegangen waren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit zieht die Bundesregierung nach jahrelangen Problemen die Notbremse. Der finanzielle Schaden ist allerdings bereits betr\u00e4chtlich: F\u00fcr das nun aufgegebene Programm sind Kosten von ungef\u00e4hr <strong>2,3 Milliarden Euro<\/strong> entstanden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Projektkosten drohten au\u00dfer Kontrolle zu geraten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Generalunternehmer war bislang die niederl\u00e4ndische Werft <strong>Damen Naval<\/strong> vorgesehen. Um das festgefahrene Vorhaben doch noch zu retten, lie\u00df die Bundesregierung einen Wechsel zu <strong>Naval Vessels L\u00fcrssen<\/strong> pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese L\u00f6sung h\u00e4tte die Kosten jedoch geradezu explodieren lassen. Nach den Berechnungen des Ministeriums w\u00e4re der Gesamtpreis f\u00fcr die F126-Fregatten von urspr\u00fcnglich rund <strong>zehn Milliarden Euro<\/strong> auf etwa <strong>18 Milliarden Euro<\/strong> gestiegen. Die Mehrbelastung h\u00e4tte damit ungef\u00e4hr <strong>acht Milliarden Euro<\/strong> betragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich h\u00e4tte der Bund bei einem Wechsel des Hauptauftragnehmers \u201eauf m\u00f6gliche Schadensersatzanspr\u00fcche gegen\u00fcber dem bisherigen Auftragnehmer verzichten m\u00fcssen\u201c. Das Ministerium bewertete eine solche Vorgehensweise nicht als \u201everantwortungsvollen Umgang mit Haushaltsmitteln\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung stand somit vor einer \u00e4u\u00dferst unattraktiven Wahl: Entweder h\u00e4tte sie weitere Milliarden Euro in das angeschlagene Programm stecken oder das Vorhaben trotz bereits ausgegebener <strong>2,3 Milliarden Euro<\/strong> abbrechen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rheinmetall trifft die Entscheidung mit voller H\u00e4rte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr <strong>Rheinmetall<\/strong> kommt das Ende des F126-Programms zu einem besonders ung\u00fcnstigen Zeitpunkt. Der D\u00fcsseldorfer R\u00fcstungskonzern hatte den Schiffbauer <strong>Naval Vessels L\u00fcrssen<\/strong> erst vor Kurzem \u00fcbernommen und damit seine Stellung im Marinesektor erheblich ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcbernahme war auch mit der Erwartung verbunden, k\u00fcnftig von gro\u00dfen deutschen Marineauftr\u00e4gen zu profitieren. Diese Rechnung ist durch den Abbruch des F126-Projekts zumindest teilweise zusammengebrochen. Rheinmetall verliert die Aussicht auf umfangreiche Ums\u00e4tze aus dem Bau der sechs geplanten Kriegsschiffe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00f6rsenreaktion fiel entsprechend brutal aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>zun\u00e4chst bis zu <strong>13 Prozent Kursverlust<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>sp\u00e4ter knapp <strong>18 Prozent im Minus<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>tiefster Aktienkurs seit mehr als <strong>einem Jahr<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Verlust eines erheblichen Teils des B\u00f6rsenwertes innerhalb weniger Stunden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>David Perry<\/strong>, R\u00fcstungsanalyst bei <strong>JPMorgan<\/strong>, bezeichnete die Entscheidung als gr\u00f6\u00dferen R\u00fcckschlag f\u00fcr Rheinmetall. Anleger m\u00fcssen nun neu bewerten, welchen Beitrag der Marineschiffbau k\u00fcnftig zum Wachstum des Konzerns leisten kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>TKMS greift nach 11,6 Milliarden Euro<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Gegenseite steht <strong>Thyssenkrupp Marine Systems<\/strong>. Der Schiffbauer soll zun\u00e4chst <strong>vier Meko-A-200-Fregatten<\/strong> f\u00fcr <strong>6,3 Milliarden Euro<\/strong> liefern. Dar\u00fcber hinaus ist eine Kaufoption f\u00fcr vier weitere Einheiten im Umfang von <strong>5,3 Milliarden Euro<\/strong> vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei vollst\u00e4ndiger Nutzung der Option ergibt sich:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine Bestellung \u00fcber <strong>acht Fregatten<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>ein Gesamtwert von <strong>11,6 Milliarden Euro<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>durchschnittlich rund <strong>1,45 Milliarden Euro je Schiff<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Auslieferung des ersten Schiffes ab <strong>2029<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die TKMS-Aktie zog nach Bekanntwerden der Pl\u00e4ne im <strong>MDax<\/strong> kr\u00e4ftig an. W\u00e4hrend Rheinmetall einen der heftigsten Kurseinbr\u00fcche seit Langem erlebte, honorierten Investoren die Aussicht auf einen neuen Milliardenauftrag f\u00fcr TKMS.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorbereitungen laufen bereits seit Februar<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TKMS-Vorstandschef <strong>Oliver Burkhard<\/strong> teilte mit, dass die Vorarbeiten f\u00fcr die Meko-A-200 bereits im <strong>Februar 2026<\/strong> begonnen h\u00e4tten. Die erste Fregatte soll nach derzeitiger Planung im Jahr <strong>2029<\/strong> ausgeliefert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann alle acht Einheiten fertiggestellt werden k\u00f6nnten, lie\u00df das Unternehmen offen. Damit bestehen auch beim neuen Vorhaben noch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich des vollst\u00e4ndigen Lieferplans.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim F126-Projekt war urspr\u00fcnglich vorgesehen, das erste Schiff <strong>2028<\/strong> an die Marine zu \u00fcbergeben. Die weiteren Fregatten sollten bis <strong>2033<\/strong> folgen. Die Bundesregierung nimmt mit der neuen L\u00f6sung m\u00f6glicherweise eine etwas sp\u00e4tere erste Auslieferung in Kauf, erwartet daf\u00fcr aber offenbar einen besser kontrollierbaren Bauverlauf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Meko-Schiffe sind deutlich kleiner<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Meko A-200 unterscheidet sich erheblich von der urspr\u00fcnglich geplanten F126. Mit einer L\u00e4nge von ungef\u00e4hr <strong>120 Metern<\/strong> bleibt sie deutlich unter den <strong>166 Metern<\/strong> der F126. Diese w\u00e4re zum gr\u00f6\u00dften Schiffstyp der Deutschen Marine aufgestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des Gr\u00f6\u00dfenunterschieds sollen beide Fregattenklassen vor allem f\u00fcr die <strong>U-Boot-Jagd<\/strong> eingesetzt werden. Dazu geh\u00f6ren die Ortung gegnerischer Unterseeboote, die Sicherung milit\u00e4rischer Verb\u00e4nde und der Schutz strategisch wichtiger Seewege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in der <strong>Ostsee<\/strong> gewinnt diese F\u00e4higkeit angesichts einer m\u00f6glichen russischen Aggression stark an Bedeutung. Die Region ist f\u00fcr die Versorgung der NATO-Partner, den Schutz von Unterwasserleitungen und die Verlegung milit\u00e4rischer Kr\u00e4fte von zentraler Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Flotte soll sich bis 2035 mehr als verdoppeln<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Momentan besitzt die Deutsche Marine lediglich <strong>sieben Fregatten<\/strong> aus zwei \u00e4lteren Baureihen. Bis zum Jahr <strong>2035<\/strong> soll die Flotte auf insgesamt <strong>15 Fregatten<\/strong> wachsen. Die Zahl der verf\u00fcgbaren Schiffe w\u00fcrde sich damit mehr als verdoppeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den Meko-A-200-Fregatten plant das Ministerium weiterhin die Anschaffung von <strong>sechs Einheiten des Typs F127<\/strong>. \u00dcber die Zukunft dieses Projekts \u00e4u\u00dferte sich die Beh\u00f6rde allerdings nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die F127 soll vorrangig f\u00fcr die Luftverteidigung ausger\u00fcstet werden. Nach dem kostspieligen Scheitern des F126-Programms d\u00fcrfte jedoch auch dieses Vorhaben k\u00fcnftig besonders streng auf Kosten, Zeitplan und technische Risiken gepr\u00fcft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Milliardenauftrag wandert \u00fcberraschend zu TKMS Der \u00fcberraschende Abbruch des deutschen Fregattenprojekts F126 hat die B\u00f6rse ersch\u00fcttert. 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