{"id":10975,"date":"2026-06-17T10:10:50","date_gmt":"2026-06-17T14:10:50","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10975"},"modified":"2026-06-17T10:10:51","modified_gmt":"2026-06-17T14:10:51","slug":"russlands-treibstoffkrise-greift-immer-weiter-um-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10975","title":{"rendered":"Russlands Treibstoffkrise greift immer weiter um sich"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Benzin und Diesel werden in immer mehr Regionen knapp<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Russland<\/strong> versch\u00e4rft sich die Versorgungslage bei <strong>Benzin<\/strong> und <strong>Diesel<\/strong> sp\u00fcrbar. Mittlerweile haben <strong>25 Regionen<\/strong> den Verkauf von Kraftstoff eingeschr\u00e4nkt. Betroffen sind l\u00e4ngst nicht nur abgelegene Gebiete, sondern auch gro\u00dfe urbane Zentren wie <strong>Moskau<\/strong> und <strong>St. Petersburg<\/strong>. Die Engp\u00e4sse reichen von Zentralrussland \u00fcber den Nordwesten bis nach <strong>Sibirien<\/strong> und in den <strong>Fernen Osten<\/strong>. Damit ist aus einem regionalen Problem eine landesweite Belastung geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genannt werden unter anderem die Oblaste <strong>Rjasan<\/strong> und <strong>Orjol<\/strong>, au\u00dferdem <strong>Pskow<\/strong>, <strong>Nowgorod<\/strong>, <strong>Karelien<\/strong> und <strong>Murmansk<\/strong>. Auch in Grenzregionen wie <strong>Kursk<\/strong>, <strong>Belgorod<\/strong> und <strong>Woronesch<\/strong> wird Kraftstoff knapp. Hinzu kommen weit entfernte Gebiete wie <strong>Krasnojarsk<\/strong>, <strong>Tomsk<\/strong> und <strong>Kamtschatka<\/strong>. Die Lage zeigt damit klar, dass sich der Mangel nicht auf einzelne Brennpunkte beschr\u00e4nkt, sondern quer durch das gesamte Land zieht.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Landwirtschaft warnt vor dramatischen Folgen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders alarmierend ist die Lage f\u00fcr die russische Landwirtschaft. Ohne Diesel stehen Traktoren, Erntemaschinen und Transportfahrzeuge still. Entsprechend deutlich fallen die Warnungen inzwischen aus. <strong>ntv-Korrespondent Rainer Munz<\/strong> berichtete aus Moskau: <strong>\u201eIn Irkutsk in Sibirien hat ein Abgeordneter der Kremlpartei Einiges Russland gesagt, dass man die Landwirtschaft dichtmachen k\u00f6nne, wenn man nicht jetzt Diesel bekomme.\u201c<\/strong> Munz erg\u00e4nzte: <strong>\u201eNicht nur in Sibirien, auch im S\u00fcden Russlands hat die Landwirtschaft Probleme.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird deutlich, dass die Krise weit \u00fcber Tankstellen und Autofahrer hinausreicht. Wenn Agrarbetriebe keinen Treibstoff mehr erhalten, ist nicht nur der Transport betroffen, sondern auch die Produktion selbst. F\u00fcr ein riesiges Fl\u00e4chenland wie Russland ist das ein schweres Warnsignal, weil Dieselversorgung dort unmittelbare Auswirkungen auf Ernte, Versorgung und Logistik hat.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ukrainische Angriffe treffen Russlands \u00d6l-Infrastruktur empfindlich<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Hauptursache f\u00fcr die Engp\u00e4sse gelten die Angriffe der <strong>Ukraine<\/strong> auf zentrale Elemente der russischen Energieinfrastruktur. Seit Monaten werden <strong>Raffinerien<\/strong>, <strong>\u00d6ldepots<\/strong>, <strong>Treibstofflager<\/strong> und <strong>Terminals<\/strong> angegriffen. Laut einem Bericht wurden allein im <strong>Mai<\/strong> <strong>acht der zehn gr\u00f6\u00dften Raffinerien Russlands<\/strong> besch\u00e4digt. Einige Anlagen sollen sogar mehrfach getroffen worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folgen sind erheblich. Besch\u00e4digte Raffinerien mussten ihre Produktion oder Auslieferung teilweise oder vollst\u00e4ndig einstellen. Je nach Schwere der Sch\u00e4den dauern die Reparaturen unterschiedlich lange. Dadurch f\u00e4llt ein erheblicher Teil der Verarbeitungskapazit\u00e4t aus. Nach Einsch\u00e4tzung des Wirtschaftsexperten <strong>Igor Lipsiz<\/strong> ist die Lage au\u00dfergew\u00f6hnlich ernst. Laut Munz sagt er, <strong>\u201eein Drittel von dem, was Russland produzieren und raffinieren kann, ist weg\u201c<\/strong>. Zudem spreche er von der <strong>\u201eschlimmsten Treibstoffkrise in Russland seit 21 Jahren\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rationierungen treffen Millionen Menschen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Krise hat inzwischen ein Ausma\u00df erreicht, das sich direkt im Alltag vieler Menschen zeigt. Sch\u00e4tzungen zufolge sind <strong>ein Drittel bis die H\u00e4lfte der russischen Bev\u00f6lkerung<\/strong> von Rationierungen betroffen. In vielen Regionen darf nicht mehr frei getankt werden, sondern nur noch in begrenzten Mengen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders deutlich wird das am Beispiel der Tankstellenkette <strong>Tatneft<\/strong>, der <strong>f\u00fcnftgr\u00f6\u00dften Tankstellenkette Russlands<\/strong>. Das Unternehmen best\u00e4tigte, dass an seinen <strong>800 Tankstellen<\/strong> vorerst nur noch <strong>30 Liter Benzin<\/strong> oder <strong>60 Liter Diesel<\/strong> pro Kunde verkauft werden. Wie lange diese Obergrenzen gelten, ist unklar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berichte aus St\u00e4dten wie <strong>Samara<\/strong>, rund <strong>1000 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Moskau<\/strong>, zeigen zudem, dass es an vielen Stationen bereits tagelang kein Benzin mehr gibt. \u00c4hnliche Probleme werden aus <strong>Kasan<\/strong> und <strong>Nischni Nowgorod<\/strong> gemeldet. Auch wenn das Thema in staatlichen Medien kaum vorkommt, l\u00e4sst sich die Lage an den Zapfs\u00e4ulen nicht mehr kaschieren.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auf der Krim ist die Lage noch chaotischer<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders drastisch zeigt sich die Krise auf der annektierten <strong>Krim<\/strong>. Dort schr\u00e4nkten die russischen Besatzungsbeh\u00f6rden den Benzinverkauf bereits <strong>Ende Mai<\/strong> ein. Anfangs kam es an den Tankstellen zu hektischen Szenen. Wer fr\u00fch genug eintraf und \u00fcber ausreichend Geld verf\u00fcgte, versuchte so viel Treibstoff wie m\u00f6glich zu kaufen. Teilweise waren die Vorr\u00e4te bereits nach <strong>einer Stunde<\/strong> aufgebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter f\u00fchrten die Beh\u00f6rden ein <strong>Coupon- oder Voucher-System<\/strong> ein. Ohne Coupon kein Kraftstoff, und selbst mit Coupon waren nur <strong>20 Liter<\/strong> erlaubt. Doch auch dieses Modell scheiterte rasch. Bereits am <strong>4. Juni<\/strong> wurde mitgeteilt, dass bis auf Weiteres keine neuen Coupons mehr ausgegeben oder verkauft w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Sewastopol<\/strong> versuchte man eine digitale Variante. Autofahrer sollten im staatlichen Messenger <strong>Max<\/strong> einen <strong>QR-Code<\/strong> erzeugen, der zum sofortigen Kauf von Benzin oder Diesel berechtigte. Doch selbst dieses System brachte keine Entspannung. Die t\u00e4gliche Benzinquote war offenbar innerhalb von Sekunden vergriffen. Nach Berichten fahren manche Krim-Bewohner inzwischen <strong>300 Kilometer<\/strong> weit bis nach <strong>Krasnodar<\/strong>, nur um \u00fcberhaupt noch Kraftstoff zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch der Tourismus leidet bereits sp\u00fcrbar<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folgen der Krise treffen inzwischen nicht nur Transport und Landwirtschaft, sondern auch den <strong>Tourismus<\/strong>. Die Krim gilt im Sommer traditionell als beliebtes Urlaubsziel russischer Reisender. Doch ohne gesicherte Kraftstoffversorgung verliert selbst diese Ferienregion deutlich an Attraktivit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Branchenexperten rechnen deshalb damit, dass in diesem Jahr <strong>drei bis vier Millionen Touristen<\/strong> wegbleiben k\u00f6nnten. Berichtet wird von zahlreichen Stornierungen und r\u00fcckl\u00e4ufigen Buchungszahlen. Als Grund wird ausdr\u00fccklich auch die unsichere Verf\u00fcgbarkeit von Treibstoff genannt. Damit trifft die Krise Russland ausgerechnet zu Beginn einer wichtigen Reisesaison.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Moskau spricht von Wartung, nicht von Kriegssch\u00e4den<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offiziell versucht die russische F\u00fchrung, die Lage anders darzustellen. Anfang Juni erkl\u00e4rte der f\u00fcr Energie zust\u00e4ndige stellvertretende Ministerpr\u00e4sident <strong>Alexander Nowak<\/strong> auf dem Wirtschaftsforum in <strong>St. Petersburg<\/strong>, die geringere \u00d6lf\u00f6rderung sei auf <strong>\u201eau\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Wartung\u201c<\/strong> mehrerer Raffinerien zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ukrainische Angriffe nannte er nicht als Ursache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig wurde jedoch im russischen Energieministerium ein neuer Krisenstab eingerichtet, der die Versorgung stabilisieren soll. Schon dieser Schritt zeigt, wie ernst die Lage tats\u00e4chlich sein muss. Denn wenn es sich lediglich um normale Wartungsarbeiten handeln w\u00fcrde, w\u00e4re ein solcher zus\u00e4tzlicher Krisenapparat kaum n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der zweite Sommer mit Engp\u00e4ssen beginnt noch fr\u00fcher<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits jetzt ist erkennbar, dass die <strong>Ukraine<\/strong> Russland den <strong>zweiten Sommer in Folge<\/strong> in eine Benzin- und Dieselknappheit dr\u00e4ngt. Im vergangenen Jahr trafen die Probleme das Land vor allem im <strong>August<\/strong>, also mitten in der Hochsaison. Diesmal setzen die Engp\u00e4sse deutlich fr\u00fcher ein. Das macht die Lage f\u00fcr Moskau umso problematischer, weil die Sommermonate f\u00fcr Landwirtschaft, Reiseverkehr und Versorgung besonders sensibel sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Fakten verdeutlichen das Ausma\u00df:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>25 Regionen<\/strong> haben den Kraftstoffverkauf eingeschr\u00e4nkt<\/li>\n\n\n\n<li>im <strong>Mai<\/strong> wurden <strong>8 der 10 gr\u00f6\u00dften Raffinerien<\/strong> besch\u00e4digt<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tatneft<\/strong> rationiert an <strong>800 Tankstellen<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>auf der Krim waren zeitweise nur <strong>20 Liter<\/strong> pro Coupon erlaubt<\/li>\n\n\n\n<li>der Tourismussektor erwartet <strong>3 bis 4 Millionen<\/strong> ausbleibende Urlauber<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Krise zeigt damit nicht nur die Verwundbarkeit der russischen \u00d6lversorgung, sondern auch, wie stark ukrainische Angriffe inzwischen bis in den russischen Alltag hineinwirken. Was lange wie ein milit\u00e4risches Randthema erschien, ist l\u00e4ngst zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problem geworden, das sich immer schwieriger verbergen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benzin und Diesel werden in immer mehr Regionen knapp In Russland versch\u00e4rft sich die Versorgungslage bei Benzin und Diesel sp\u00fcrbar. Mittlerweile haben 25 Regionen den Verkauf von Kraftstoff eingeschr\u00e4nkt. Betroffen sind l\u00e4ngst nicht nur abgelegene Gebiete, sondern auch gro\u00dfe urbane Zentren wie Moskau und St. Petersburg. 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