{"id":10762,"date":"2026-05-08T17:08:31","date_gmt":"2026-05-08T21:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10762"},"modified":"2026-05-08T17:08:32","modified_gmt":"2026-05-08T21:08:32","slug":"porsche-verschaerft-sparkurs-mit-drei-schliessungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10762","title":{"rendered":"Porsche versch\u00e4rft Sparkurs mit drei Schlie\u00dfungen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Sparkurs trifft Zukunftsprojekte mit voller Wucht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei <strong>Porsche<\/strong> wird der Rotstift jetzt sichtbar und schmerzhaft. Der Sportwagenhersteller aus <strong>Stuttgart<\/strong> schlie\u00dft gleich <strong>drei Tochterunternehmen<\/strong> und trifft damit rund <strong>500 Besch\u00e4ftigte<\/strong>. Betroffen sind die Batteriegesellschaft <strong>Cellforce<\/strong>, die <strong>eBike Performance GmbH<\/strong> und die Software-Tochter <strong>Cetitec<\/strong>. Die Entscheidung wurde nach Unternehmensangaben von <strong>Vorstand<\/strong> und <strong>Aufsichtsrat<\/strong> getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit beendet Porsche nicht nur einzelne Nebenaktivit\u00e4ten. Der Konzern zieht sich aus Bereichen zur\u00fcck, die lange als Zukunftsfelder galten. Batterie, Software und E-Mobilit\u00e4t jenseits des klassischen Autos standen einst f\u00fcr Aufbruch, Erweiterung und neue Wachstumsfantasie. Nun werden genau diese Bereiche zusammengestrichen oder ganz abgewickelt. Das ist ein harter Kurswechsel und f\u00fcr die betroffenen Mitarbeiter ein schwerer Schlag.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drei Firmen verlieren ihre Existenzgrundlage<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die drei betroffenen T\u00f6chter stehen f\u00fcr sehr unterschiedliche strategische Richtungen, die Porsche in den vergangenen Jahren aufgebaut hatte. <strong>Cellforce<\/strong> sollte im Batteriebereich technologische Kompetenz sichern. Die <strong>eBike Performance GmbH<\/strong> war Teil der Ambitionen im Markt f\u00fcr elektrische Fahrrad-Antriebe. <strong>Cetitec<\/strong> wiederum repr\u00e4sentierte Software und digitale Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade deshalb ist die Entscheidung so bemerkenswert. Es verschwinden nicht blo\u00df Randaktivit\u00e4ten ohne Bezug zur Zukunft. Vielmehr kappt Porsche ausgerechnet Gesch\u00e4ftsfelder, die in der Industrie \u00fcber Jahre als zentral f\u00fcr die kommende Transformation galten. Der Konzern signalisiert damit sehr deutlich, dass unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen selbst Zukunftsthemen keinen Bestand haben, wenn sie nicht schnell genug in die engere Rendite- und Kernstrategie passen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Besonders hart trifft es das E-Bike-Gesch\u00e4ft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Den gr\u00f6\u00dften personellen Einschnitt gibt es bei der <strong>Porsche eBike Performance GmbH<\/strong>. Dort wird die Entwicklung von <strong>E-Bike-Antriebssystemen<\/strong> eingestellt. An den Standorten <strong>Ottobrunn<\/strong> und <strong>Zagreb<\/strong> sind davon etwa <strong>350 Besch\u00e4ftigte<\/strong> betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein diese Zahl zeigt, wie drastisch der R\u00fcckzug ausf\u00e4llt. Porsche beendet hier nicht nur ein Experiment, sondern r\u00e4umt ein komplettes Gesch\u00e4ftsfeld ab. Was einmal als interessante Erweiterung der Marke in einen wachsenden Mobilit\u00e4tsmarkt hinein gedacht war, wird nun offenbar nicht mehr als tragf\u00e4hig angesehen. F\u00fcr die Belegschaft ist das bitter. F\u00fcr den Markt ist es ein deutliches Zeichen, dass selbst prestigetr\u00e4chtige Hersteller inzwischen sehr viel h\u00e4rter sortieren, was noch Zukunft haben darf und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch Cellforce und Cetitec werden abgewickelt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht weniger einschneidend ist das Aus f\u00fcr die <strong>Cellforce Group<\/strong> in <strong>Kirchentellinsfurt<\/strong>. Dort sind rund <strong>50 Besch\u00e4ftigte<\/strong> betroffen. Gerade im Batteriebereich wirkt der R\u00fcckzug besonders auff\u00e4llig, weil dieser Sektor eigentlich als Herzst\u00fcck der industriellen Transformation gilt. Dass Porsche selbst hier den Stecker zieht, zeigt, wie eng die Priorit\u00e4ten inzwischen gesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt die Schlie\u00dfung von <strong>Cetitec<\/strong>. Der Softwareanbieter mit Standorten in <strong>Pforzheim<\/strong> und <strong>Kroatien<\/strong> trifft mit rund <strong>90 Besch\u00e4ftigten<\/strong> derselbe Sparkurs. Damit endet auch in diesem Bereich ein Kapitel, das eigentlich f\u00fcr digitale Kompetenz und Zukunftsf\u00e4higkeit stehen sollte. Zusammen mit Cellforce und der eBike-Tochter ergibt sich ein Bild, das kaum besch\u00f6nigt werden kann: Porsche r\u00e4umt mit bemerkenswerter H\u00e4rte in mehreren strategischen Nebenfeldern auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Porsche zieht sich auf den Markenkern zur\u00fcck<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die jetzigen Schlie\u00dfungen passen zu einem klar erkennbaren Muster. Bereits vor kurzer Zeit hatte Porsche angek\u00fcndigt, sich von weiteren Beteiligungen trennen zu wollen. Dazu geh\u00f6rt auch der Anteil an der Luxus-Sportwagenmarke <strong>Bugatti<\/strong>. Die Richtung ist damit eindeutig: Porsche zieht die Grenzen enger und konzentriert sich st\u00e4rker auf das, was als unmittelbares Kerngesch\u00e4ft angesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt nach betriebswirtschaftlicher Disziplin, hat aber eine harte Kehrseite. Alles, was nicht schnell genug tr\u00e4gt oder zu weit vom Kern entfernt erscheint, wird zum Streichposten. Genau das macht den Vorgang so drastisch. Es geht nicht um kleine Korrekturen, sondern um einen radikalen R\u00fcckzug aus Projekten, die vor nicht allzu langer Zeit noch als strategisch wertvoll verkauft wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Zeitplan bleibt offen und versch\u00e4rft die Unsicherheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vorstandschef <strong>Michael Leiters<\/strong> lie\u00df offen, wann die Abwicklung der drei Tochterunternehmen vollst\u00e4ndig abgeschlossen sein soll. Diese Unklarheit versch\u00e4rft die Lage f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten zus\u00e4tzlich. Denn f\u00fcr sie steht zwar fest, dass ihre Unternehmen keine Zukunft mehr haben, aber nicht, in welchem Tempo der R\u00fcckbau konkret vollzogen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade eine solche H\u00e4ngepartie ist f\u00fcr Belegschaften besonders belastend. Unsicherheit \u00fcber Monate oder sogar l\u00e4nger bedeutet nicht nur fehlende Planungssicherheit, sondern oft auch zerm\u00fcrbenden Druck im Arbeitsalltag. Das Ende ist beschlossen, der genaue Weg dorthin aber noch offen. F\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte ist genau das besonders schwer zu ertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auch Festo schl\u00e4gt in der Region hart zu<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Als w\u00e4re die Nachricht von Porsche nicht schon d\u00fcster genug, kommt fast zeitgleich der n\u00e4chste schwere Einschnitt aus dem Raum Stuttgart. Der Industrieanlagenhersteller <strong>Festo<\/strong> baut in Deutschland rund <strong>1.300 Stellen<\/strong> ab. Das Familienunternehmen aus <strong>Esslingen<\/strong>, nur rund <strong>15 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich<\/strong> von Porsches Stammwerk in <strong>Zuffenhausen<\/strong>, reagiert damit auf ver\u00e4nderte Marktbedingungen, st\u00e4rkeren Konkurrenzdruck aus <strong>Asien<\/strong> und geopolitische Belastungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit w\u00e4chst aus zwei Einzelmeldungen ein viel gr\u00f6\u00dferes Warnsignal. Denn wenn nicht nur ein Sportwagenhersteller Zukunftst\u00f6chter schlie\u00dft, sondern auch ein gro\u00dfer Spezialist f\u00fcr Automatisierungs- und Steuerungstechnik massiv Stellen abbaut, dann zeigt das, wie hart die industrielle Realit\u00e4t in der Region inzwischen geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Festo will 200 Millionen Euro pro Jahr sparen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei Festo geht es ebenfalls nicht um kleine Anpassungen. Das Unternehmen will weltweit rund <strong>200 Millionen Euro pro Jahr<\/strong> einsparen. Ende <strong>2025<\/strong> besch\u00e4ftigte Festo rund <strong>20.600 Mitarbeiter<\/strong>, davon etwa <strong>8.200 in Deutschland<\/strong>. Der Umsatz sank zuletzt <strong>drei Jahre in Folge<\/strong> und lag 2025 nur noch bei rund <strong>3,33 Milliarden Euro<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar sollen die deutschen Produktionsstandorte erhalten bleiben, doch der massive Personalabbau bleibt ein deutliches Alarmsignal. Auch hier zeigt sich, wie ernst die Lage in der Industrie geworden ist. Selbst traditionsreiche, breit aufgestellte Unternehmen mit technologischer Tiefe reagieren inzwischen mit harten Einschnitten, weil Wachstum, Preisdruck und globale Konkurrenz gleichzeitig auf die Strukturen dr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rund 1.800 Jobs geraten im Raum Stuttgart unter Druck<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zusammengenommen ergibt sich ein d\u00fcsteres Bild. Bei Porsche sind rund <strong>500 Stellen<\/strong> betroffen. Bei Festo kommen <strong>1.300 Stellen<\/strong> in Deutschland hinzu. Damit geraten im Raum Stuttgart auf einen Schlag rund <strong>1.800 Arbeitspl\u00e4tze<\/strong> unter massiven Druck.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Zahl ist mehr als eine Momentaufnahme. Sie steht f\u00fcr einen Industrieraum, in dem selbst bekannte und technologisch starke Unternehmen nicht mehr nur vorsichtig korrigieren, sondern hart k\u00fcrzen, schlie\u00dfen und neu sortieren. Der Standort bleibt wirtschaftlich bedeutend. Aber er wirkt deutlich verletzlicher, als es lange den Anschein hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sparkurs trifft Zukunftsprojekte mit voller Wucht Bei Porsche wird der Rotstift jetzt sichtbar und schmerzhaft. Der Sportwagenhersteller aus Stuttgart schlie\u00dft gleich drei Tochterunternehmen und trifft damit rund 500 Besch\u00e4ftigte. Betroffen sind die Batteriegesellschaft Cellforce, die eBike Performance GmbH und die Software-Tochter Cetitec. 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