{"id":10616,"date":"2026-04-14T10:56:11","date_gmt":"2026-04-14T14:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10616"},"modified":"2026-04-14T10:56:12","modified_gmt":"2026-04-14T14:56:12","slug":"dollar-geraet-unter-druck-und-der-euro-rueckt-naeher-an-120","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10616","title":{"rendered":"Dollar ger\u00e4t unter Druck und der Euro r\u00fcckt n\u00e4her an 1,20"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Greenback verliert gleich mehrere St\u00fctzen zugleich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Am Devisenmarkt mehren sich die Zeichen, dass der <strong>US-Dollar<\/strong> vor einer l\u00e4ngeren Schw\u00e4chephase stehen k\u00f6nnte. Nach Einsch\u00e4tzung von Marktbeobachtern sprechen mehrere Entwicklungen gleichzeitig gegen die amerikanische W\u00e4hrung. Besonders wichtig ist dabei, dass die j\u00fcngsten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg offenbar auf einen H\u00f6hepunkt der geopolitischen Risiken hindeuten. Genau davon hatte der Dollar zuvor stark profitiert. F\u00e4llt dieser Sicherheitsbonus nun weg, verliert die W\u00e4hrung einen ihrer wichtigsten kurzfristigen St\u00fctzpfeiler.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"892\" height=\"546\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-14.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10619\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-14.png 892w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-14-300x184.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-14-768x470.png 768w\" sizes=\"(max-width: 892px) 100vw, 892px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"888\" height=\"550\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-15.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10618\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-15.png 888w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-15-300x186.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-15-768x476.png 768w\" sizes=\"(max-width: 888px) 100vw, 888px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt ein zweiter Faktor von erheblicher Tragweite. Der Dollar galt lange auch deshalb als attraktiv, weil die Vereinigten Staaten mit ihrem Zinsniveau einen klaren Vorteil boten. Dieser <strong>Hochzinsstatus<\/strong> ist inzwischen deutlich weniger ausgepr\u00e4gt. Wenn eine W\u00e4hrung weder vom Sicherheitsbed\u00fcrfnis der Anleger noch von einem besonderen Zinsvorsprung getragen wird, w\u00e4chst die Wahrscheinlichkeit, dass Kapital in andere Regionen und W\u00e4hrungen abwandert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutsche Bank sieht neues Schw\u00e4chepotenzial<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders deutlich formuliert diese Einsch\u00e4tzung <strong>George Saravelos<\/strong> von der <strong>Deutschen Bank<\/strong>. Er geht davon aus, dass sich der Dollar weiter abschw\u00e4chen k\u00f6nnte. Seine Argumentation st\u00fctzt sich dabei nicht auf einen einzelnen Ausl\u00f6ser, sondern auf ein ganzes B\u00fcndel von Belastungsfaktoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus seiner Sicht deutet die Lage darauf hin, dass der Markt das schlimmste Kriegsrisiko inzwischen hinter sich sieht. Damit sinkt die Nachfrage nach dem Dollar als Krisenw\u00e4hrung. Gleichzeitig fehlt der US-W\u00e4hrung inzwischen jener Zinsvorteil, der sie in den vergangenen Jahren besonders attraktiv gemacht hatte. Dieser doppelte Verlust an Anziehungskraft ist f\u00fcr den Dollar problematisch, weil er sowohl kurzfristige als auch strukturelle Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Abschw\u00e4chung liefert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Federal Reserve bleibt stehen, andere ziehen nach<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein zentraler Punkt in dieser Argumentation betrifft die Geldpolitik. Nach Einsch\u00e4tzung von Saravelos d\u00fcrfte die <strong>Federal Reserve<\/strong> ihre Zinsen in diesem Jahr stabil halten. Andere Zentralbanken hingegen k\u00f6nnten ihre Leitzinsen weiter anheben. Genau daraus ergibt sich ein ver\u00e4ndertes Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis an den W\u00e4hrungsm\u00e4rkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dollar profitierte lange davon, dass die Vereinigten Staaten h\u00f6here Renditen boten als viele andere W\u00e4hrungsr\u00e4ume. Wenn dieser Vorsprung schmilzt oder sogar ganz verschwindet, wird das Halten von Dollar-Anlagen weniger attraktiv. Kapital sucht sich in einem solchen Umfeld meist neue Ziele. W\u00e4hrungen anderer gro\u00dfer Volkswirtschaften k\u00f6nnen dadurch an Boden gewinnen, weil ihr Zinsumfeld vergleichsweise interessanter erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade am Devisenmarkt spielt dieser Mechanismus eine entscheidende Rolle. Anleger w\u00e4gen dort sehr genau ab, in welcher W\u00e4hrung sich das Halten von Kapital lohnt. Wenn sich die Zinslandschaft ver\u00e4ndert, reagiert der Markt oft schnell und mit erheblichen Ausschl\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>US-Verbraucher stehen st\u00e4rker unter Druck als Asien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt nach Ansicht der Deutschen Bank ein wirtschaftlicher Nachteil f\u00fcr die Vereinigten Staaten selbst. <strong>US-Verbraucher<\/strong> seien von einem gr\u00f6\u00dferen Einkommensverlust betroffen als die Volkswirtschaften Asiens. Dort st\u00fctze die Fiskalpolitik die Wirtschaft st\u00e4rker. Auch dieser Unterschied hat unmittelbare Folgen f\u00fcr den W\u00e4hrungsmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wenn Haushalte in den Vereinigten Staaten st\u00e4rker unter Kaufkraftverlusten leiden, belastet das den privaten Konsum und damit einen zentralen Pfeiler der amerikanischen Wirtschaft. Gleichzeitig profitieren asiatische L\u00e4nder davon, dass der Staat dort st\u00e4rker unterst\u00fctzend eingreift. Das verschiebt das wirtschaftliche Kr\u00e4ftefeld. F\u00fcr den Dollar ist das unerquicklich, weil eine W\u00e4hrung langfristig immer auch vom Vertrauen in die wirtschaftliche Widerstandskraft ihres Heimatmarktes lebt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der \u00d6lhandel bewegt sich langsam vom Dollar weg<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt wiegt besonders schwer, weil er \u00fcber kurzfristige Marktbewegungen hinausweist. Laut Saravelos ist eine <strong>Verlagerung hin zum chinesischen Yuan<\/strong> zu beobachten, wenn es um die Bewertung und den Handel von \u00d6l geht. Das ist strategisch bedeutsam. Denn der Dollar verdankt einen Teil seiner globalen Dominanz auch der Tatsache, dass Rohstoffe, vor allem \u00d6l, traditionell in Dollar fakturiert und gehandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich hier eine schrittweise Verschiebung abzeichnet, dann w\u00e4re das keine normale Schwankung, sondern ein m\u00f6glicher Machtverlust im Kernbereich der internationalen W\u00e4hrungsordnung. Noch handelt es sich nicht um einen abrupten Umsturz, aber schon die Tendenz ist f\u00fcr den Dollar hochrelevant. Je mehr gro\u00dfe Handelsstr\u00f6me nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber den Greenback laufen, desto schw\u00e4cher wird dessen Sonderstellung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Deutsche Bank r\u00e4t offen zum Verkauf des Dollar-Index<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Saravelos formuliert daraus eine klare Handlungsempfehlung. W\u00f6rtlich sagt er: <strong>\u201eWir empfehlen den Verkauf des DXY-Dollar-Index in Erwartung einer breit angelegten Dollarschw\u00e4che auf neue Zyklustiefs und eines eventuellen Durchbruchs des Euro \u00fcber 1,20 US-Dollar.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine bemerkenswert deutliche Aussage. Denn hier wird nicht blo\u00df vorsichtige Schw\u00e4che angedeutet, sondern eine breitere und tiefere Abwertung des Dollar in Aussicht gestellt. Besonders auff\u00e4llig ist der Verweis auf <strong>neue Zyklustiefs<\/strong>. Gemeint ist damit, dass die US-W\u00e4hrung nicht nur weiter nachgeben, sondern auf neue Tiefst\u00e4nde im laufenden Marktzyklus fallen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Euro n\u00e4hert sich der Marke von 1,20 Dollar<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcngsten Kursbewegungen passen bereits in dieses Bild. Der <strong>DXY-Dollar-Index<\/strong> verlor <strong>0,3 Prozent<\/strong> und fiel auf <strong>98,058 Punkte<\/strong>. Gleichzeitig legte der <strong>Euro<\/strong> um <strong>0,3 Prozent<\/strong> zu und stieg auf <strong>1,1797 US-Dollar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade dieser Euro-Kurs ist bemerkenswert. Die Marke von <strong>1,20 US-Dollar<\/strong> r\u00fcckt damit sichtbar n\u00e4her. Psychologisch ist das eine wichtige Schwelle. Wird sie erreicht oder sogar \u00fcberschritten, w\u00e4re das ein deutliches Signal daf\u00fcr, dass der Markt die Dollar-Schw\u00e4che nicht mehr als vor\u00fcbergehende Korrektur, sondern als ernsthaften Trend interpretiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aus vielen Einzelproblemen wird ein gef\u00e4hrlicher Mix<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Dollar-Schw\u00e4che speist sich damit aus mehreren Quellen zugleich. Die Kriegsangst im Iran verliert an Sch\u00e4rfe, der Sicherheitsbonus des Dollar schmilzt. Die Federal Reserve d\u00fcrfte stillhalten, w\u00e4hrend andere Zentralbanken straffer werden. US-Verbraucher geraten st\u00e4rker unter Druck als Teile Asiens. Und zus\u00e4tzlich zeigt sich eine schleichende Erosion der Dollar-Dominanz im \u00d6lhandel.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade diese Kombination macht die Lage f\u00fcr die amerikanische W\u00e4hrung so heikel. Ein einzelner Belastungsfaktor w\u00e4re verkraftbar. Mehrere gleichzeitige Schw\u00e4chen jedoch k\u00f6nnen einen Trend beschleunigen und verfestigen. Genau deshalb r\u00fcckt nun die Frage in den Vordergrund, ob der Dollar nicht nur vor einer vor\u00fcbergehenden Abk\u00fchlung steht, sondern vor einer breiteren Neuabwertung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Greenback verliert gleich mehrere St\u00fctzen zugleich Am Devisenmarkt mehren sich die Zeichen, dass der US-Dollar vor einer l\u00e4ngeren Schw\u00e4chephase stehen k\u00f6nnte. Nach Einsch\u00e4tzung von Marktbeobachtern sprechen mehrere Entwicklungen gleichzeitig gegen die amerikanische W\u00e4hrung. 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