{"id":10505,"date":"2026-03-25T10:41:49","date_gmt":"2026-03-25T14:41:49","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10505"},"modified":"2026-03-25T10:41:50","modified_gmt":"2026-03-25T14:41:50","slug":"gold-verliert-seinen-glanz-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10505","title":{"rendered":"Gold verliert seinen Glanz in der Krise"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Scharfer R\u00fccksetzer nach dem Rekordlauf<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Goldmarkt erlebt derzeit eine Phase, die viele Anleger \u00fcberrascht. Noch zu Jahresbeginn schien das Edelmetall kaum zu bremsen zu sein. Ende Januar stieg der Preis f\u00fcr eine Feinunze Gold auf rund <strong>5.550 US-Dollar<\/strong> und markierte damit ein neues Rekordniveau. Innerhalb nur eines Monats hatte sich der Kurs um fast <strong>30 Prozent<\/strong> nach oben geschraubt. Doch auf den H\u00f6henflug folgte ein abrupter D\u00e4mpfer. Am <strong>25. M\u00e4rz 2026<\/strong> lag der Preis nur noch bei etwa <strong>4.560 US-Dollar<\/strong>. Besonders heftig fiel die Bewegung in der vergangenen Woche aus, als Gold zwischen Mittwoch und Freitag um mehr als <strong>acht Prozent<\/strong> nachgab, bevor zu Wochenbeginn eine gewisse Stabilisierung einsetzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser R\u00fcckgang wirkt umso auff\u00e4lliger, weil Gold normalerweise gerade in politisch angespannten Zeiten gefragt ist. Der Konflikt im Nahen Osten h\u00e4tte dem Edelmetall eigentlich zus\u00e4tzlichen Auftrieb verleihen k\u00f6nnen. Stattdessen verlor der Preis deutlich an Boden. Damit stellt sich die Frage, warum der klassische Schutzwert ausgerechnet in einer Krisenphase schw\u00e4chelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"760\" height=\"570\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-40.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10507\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-40.png 760w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-40-300x225.png 300w\" sizes=\"(max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Fed nimmt dem Edelmetall den R\u00fcckenwind<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein zentraler Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Korrektur liegt in den Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik. Die <strong>US-Notenbank Fed<\/strong> lie\u00df den Leitzins bei ihrer Sitzung am <strong>18. M\u00e4rz<\/strong> erneut unver\u00e4ndert. Der Zielkorridor blieb bei <strong>3,5 bis 3,75 Prozent<\/strong> beziehungsweise <strong>350 bis 375 Basispunkten<\/strong>. Entscheidend war jedoch weniger die unver\u00e4nderte Entscheidung selbst als vielmehr der Ausblick, den die Notenbank damit verbunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>An den M\u00e4rkten war zuvor mit <strong>zwei Zinssenkungen<\/strong> gerechnet worden. Inzwischen signalisiert die Fed f\u00fcr <strong>2026<\/strong> aber nur noch <strong>eine einzige Senkung um 25 Basispunkte<\/strong>. Das ist ein deutlich restriktiverer Kurs, als viele Investoren erwartet hatten. F\u00fcr Gold ist das ein Problem, denn das Edelmetall wirft keine laufenden Ertr\u00e4ge ab. Wenn Staatsanleihen, Tagesgeld oder andere zinstragende Anlagen attraktiver erscheinen, steigen die sogenannten Opportunit\u00e4tskosten f\u00fcr Goldbesitzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Fed-Chef <strong>Jerome Powell<\/strong> begr\u00fcndet den vorsichtigen Kurs mit der Gefahr eines neuen Inflationsdrucks in den Vereinigten Staaten. Hintergrund seien vor allem h\u00f6here Energiepreise infolge des Nahostkonflikts. Solange die Inflation droht, bleibt die Notenbank auf Abstand zu schnellen Zinssenkungen. Genau diese Aussicht belastet Gold.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein starker Dollar versch\u00e4rft den Druck<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zum Zinsfaktor kommt ein zweiter gewichtiger Belastungsfaktor hinzu: der <strong>US-Dollar<\/strong>. H\u00f6here oder l\u00e4nger stabile Zinsen st\u00e4rken in der Regel die amerikanische W\u00e4hrung. Das zeigt sich auch aktuell. Im Zuge des Iran-Krieges ist der Dollar zus\u00e4tzlich gefragt, weil viele Investoren ihn als besonders liquiden und verl\u00e4sslichen Zufluchtsort betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gold hat das direkte Folgen. Da das Metall weltweit in Dollar gehandelt wird, verteuert ein st\u00e4rkerer Greenback den Kauf f\u00fcr Investoren au\u00dferhalb der USA. Das bremst die Nachfrage und dr\u00fcckt auf den Preis. Der Goldmarkt leidet damit gleich doppelt: Zum einen sinkt die Attraktivit\u00e4t im Vergleich zu verzinsten Anlagen, zum anderen wird das Edelmetall durch den festeren Dollar f\u00fcr viele K\u00e4ufer schlicht teurer.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade diese Dollarflucht ist bemerkenswert, weil sie Gold die traditionelle Rolle als Krisengewinner streitig macht. Statt in das Edelmetall flie\u00dft in unsicheren Zeiten aktuell ein Teil des Kapitals st\u00e4rker in die amerikanische W\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"639\" height=\"648\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10508\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41.png 639w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41-296x300.png 296w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41-24x24.png 24w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41-48x48.png 48w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-41-96x96.png 96w\" sizes=\"(max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der sichere Hafen zeigt Risse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dass Gold derzeit seine klassische Schutzfunktion nur eingeschr\u00e4nkt erf\u00fcllt, wird auch von Marktbeobachtern hervorgehoben. <strong>Carsten Fritsch<\/strong>, Rohstoffexperte der Commerzbank, erkl\u00e4rte in einer aktuellen Analyse, es falle dem Goldpreis momentan schwer, seiner Aufgabe als <strong>\u201esicherer Hafen\u201c<\/strong> gerecht zu werden. Genau diese Einsch\u00e4tzung trifft den Kern der aktuellen Marktphase.<\/p>\n\n\n\n<p>Unmittelbar nach den Angriffen der <strong>USA<\/strong> und <strong>Israels<\/strong> auf den <strong>Iran<\/strong> Anfang M\u00e4rz n\u00e4herte sich Gold zwar noch einmal seinem Rekordstand vom Januar. Danach setzte jedoch eine kr\u00e4ftige Abw\u00e4rtsbewegung ein. Das signalisiert, dass geopolitische Unsicherheit allein derzeit nicht ausreicht, um den Preis nachhaltig zu st\u00fctzen. Andere Kr\u00e4fte, vor allem Zinsen und Dollarst\u00e4rke, dominieren das Geschehen st\u00e4rker als das \u00fcbliche Krisennarrativ.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele Anleger ist das ein Warnhinweis. Gold bleibt zwar ein bedeutender Wertspeicher, doch die aktuellen Bewegungen zeigen, dass selbst ein klassischer Schutzwert nicht automatisch in jeder Krisenlage steigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum die Korrektur nicht das Ende sein muss<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Trotz des deutlichen R\u00fcckgangs ist der Einbruch nicht zwangsl\u00e4ufig ein Zeichen grundlegender Schw\u00e4che. Vielmehr spricht einiges daf\u00fcr, dass der Markt nach dem extremen Preisanstieg eine \u00fcberf\u00e4llige Abk\u00fchlung erlebt. Anfang <strong>2025<\/strong> notierte Gold noch bei knapp der H\u00e4lfte des Niveaus, das Ende Januar 2026 erreicht wurde. Eine derart steile Aufw\u00e4rtsbewegung erh\u00f6ht fast zwangsl\u00e4ufig das Risiko einer scharfen Gegenreaktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade bei Verm\u00f6genswerten mit realer Substanz sind solche Korrekturen kein ungew\u00f6hnliches Ph\u00e4nomen. Sie k\u00f6nnen sogar notwendig sein, um eine \u00dcberhitzung abzubauen und eine neue Basis f\u00fcr sp\u00e4tere Anstiege zu schaffen. Der aktuelle R\u00fccksetzer muss daher nicht gegen Gold sprechen. Er kann ebenso als Bereinigung eines zuvor extrem hei\u00df gelaufenen Marktes gelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Viele Prognosen bleiben klar positiv<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert ist, dass zahlreiche Institute und Analysten trotz der j\u00fcngsten Schw\u00e4che weiter mit steigenden Goldpreisen rechnen. <strong>JP Morgan<\/strong> h\u00e4lt bis zum Jahresende einen Kurs von bis zu <strong>6.300 US-Dollar je Feinunze<\/strong> f\u00fcr m\u00f6glich. <strong>Julia Du<\/strong> von der <strong>ICBC Standard Bank<\/strong> erwartet f\u00fcr <strong>2026<\/strong> einen durchschnittlichen Goldpreis von etwa <strong>6.050 US-Dollar<\/strong> und sieht in einem g\u00fcnstigen Szenario sogar Spitzenwerte von rund <strong>7.150 US-Dollar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch <strong>Dr. Moritz Kraemer<\/strong>, Chefvolkswirt und Research-Leiter der <strong>LBBW<\/strong>, bleibt optimistisch. F\u00fcr das <strong>zweite Quartal 2026<\/strong> h\u00e4lt er rund <strong>5.400 US-Dollar<\/strong> f\u00fcr realistisch. Bis zum <strong>zweiten Quartal 2027<\/strong> k\u00f6nne Gold seiner Einsch\u00e4tzung nach sogar auf etwa <strong>6.000 US-Dollar<\/strong> steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erwartungen zeigen, dass die aktuelle Korrektur von vielen Experten nicht als langfristiger Trendbruch verstanden wird. Vielmehr bleibt Gold aus ihrer Sicht ein Anlagegut mit weiterem Potenzial, auch wenn es kurzfristig deutlich unter Druck geraten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scharfer R\u00fccksetzer nach dem Rekordlauf Der Goldmarkt erlebt derzeit eine Phase, die viele Anleger \u00fcberrascht. Noch zu Jahresbeginn schien das Edelmetall kaum zu bremsen zu sein. Ende Januar stieg der Preis f\u00fcr eine Feinunze Gold auf rund 5.550 US-Dollar und markierte damit ein neues Rekordniveau. 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