{"id":10404,"date":"2026-03-10T10:08:37","date_gmt":"2026-03-10T14:08:37","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10404"},"modified":"2026-03-10T10:08:37","modified_gmt":"2026-03-10T14:08:37","slug":"mercedes-verlagert-wachstum-nach-kecskemet-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10404","title":{"rendered":"Mercedes verlagert Wachstum nach Kecskem\u00e9t, Ungarn"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Milliardenausbau in Ungarn gewinnt an Tempo<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Autobauer <strong>Mercedes-Benz<\/strong> baut seinen Standort im ungarischen <strong>Kecskem\u00e9t<\/strong> massiv aus und setzt damit ein klares industriepolitisches Signal. W\u00e4hrend der Konzern in Deutschland auf Kostendisziplin und strukturellen Umbau setzt, flie\u00dft in Ungarn mehr als <strong>eine Milliarde Euro<\/strong> in zus\u00e4tzliche Fertigungskapazit\u00e4ten. Nach Angaben der ungarischen Investitionsagentur <strong>HIPA<\/strong> soll das Werk langfristig auf eine Jahresleistung von bis zu <strong>300.000 Fahrzeugen<\/strong> ausgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Erweiterung gehen auch neue Stellen einher. Geplant sind rund <strong>3.000 zus\u00e4tzliche Arbeitspl\u00e4tze<\/strong>. Der Standort besch\u00e4ftigt bereits heute etwa <strong>5.000 Mitarbeiter<\/strong>. Damit w\u00fcrde Kecskem\u00e9t in den kommenden Jahren noch st\u00e4rker zu einem der zentralen Pfeiler der europ\u00e4ischen Mercedes-Produktion aufsteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorgestellt wurden die Pl\u00e4ne bei einer Veranstaltung zum <strong>140-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um<\/strong> der Marke vor Ort. Dort sprach Mercedes-Manager <strong>Jens B\u00fchler<\/strong> von weiterem Wachstum des Werks. Auch der ungarische Ministerpr\u00e4sident <strong>Viktor Orb\u00e1n<\/strong> nahm an dem Termin teil.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"872\" height=\"546\" src=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-22.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10406\" srcset=\"https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-22.png 872w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-22-300x188.png 300w, https:\/\/aktiengurus.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-22-768x481.png 768w\" sizes=\"(max-width: 872px) 100vw, 872px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ungarn wird zum strategischen Produktionszentrum<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Investition in Kecskem\u00e9t steht f\u00fcr eine breitere Entwicklung in der europ\u00e4ischen Industrie: Fertigungskapazit\u00e4ten wandern zunehmend dorthin, wo Kostenstrukturen g\u00fcnstiger sind und Regierungen aktiv um Investoren werben. Ungarn hat sich in den vergangenen Jahren gezielt als Produktionsstandort f\u00fcr internationale Konzerne positioniert und profitiert nun sichtbar davon.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Mercedes-Benz ist der Ausbau in Kecskem\u00e9t mehr als ein gew\u00f6hnliches Werkprojekt. Er ist Teil einer strategischen Neuordnung, in der Produktionsnetzwerke innerhalb Europas effizienter und kosteng\u00fcnstiger aufgestellt werden sollen. Mit h\u00f6heren Kapazit\u00e4ten und neuen Entwicklungsstrukturen gewinnt das ungarische Werk deutlich an Gewicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wirtschaftliche Botschaft ist eindeutig: W\u00e4hrend Deutschland f\u00fcr den Konzern weiterhin ein zentraler Standort bleibt, soll k\u00fcnftiges Wachstum zunehmend auch au\u00dferhalb der Bundesrepublik organisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erstmals auch Forschung und Entwicklung in Ungarn<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht nur die Fertigung wird ausgebaut. Mercedes-Benz errichtet in Kecskem\u00e9t erstmals auch ein eigenes <strong>Forschungs- und Entwicklungszentrum<\/strong>. F\u00fcr dieses Vorhaben sind Investitionen von <strong>54,4 Millionen Euro<\/strong> vorgesehen. Zun\u00e4chst sollen dort <strong>25 neue Stellen<\/strong> im Entwicklungsbereich entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Schritt ist bemerkenswert, weil der Konzern dem Standort damit nicht nur mehr Montagevolumen zuweist, sondern ihm auch eine technisch anspruchsvollere Rolle \u00fcbertr\u00e4gt. Forschung, Entwicklung und Produktion r\u00fccken damit enger zusammen. F\u00fcr Industrieunternehmen ist das ein wichtiger Hebel, um Prozesse zu beschleunigen, Modelle schneller anzupassen und technologische Ver\u00e4nderungen direkter in die Fertigung zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Kecskem\u00e9t entwickelt sich damit nicht nur zu einem Werk mit wachsender St\u00fcckzahl, sondern auch zu einem Standort mit h\u00f6herer industrieller Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>A-Klasse verl\u00e4sst Rastatt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein besonders sichtbares Zeichen dieser Verlagerung ist die geplante Produktionsumstellung bei der <strong>A-Klasse<\/strong>. Ab dem <strong>zweiten Quartal 2026<\/strong> soll das Modell nicht mehr im deutschen Werk <strong>Rastatt<\/strong>, sondern in <strong>Kecskem\u00e9t<\/strong> gebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade weil die A-Klasse lange eng mit dem Standort Rastatt verbunden war, hat dieser Schritt symbolische Wirkung. Er zeigt, dass Mercedes-Benz die interne Produktionsstruktur neu sortiert und einzelne Modelle k\u00fcnftig dort fertigen will, wo Kapazit\u00e4ten, Kosten und strategische Priorit\u00e4ten am besten zusammenpassen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Deutschland ist diese Entscheidung dennoch heikel. Denn jede Produktionsverlagerung ins Ausland verst\u00e4rkt die Debatte \u00fcber die industrielle Zukunft heimischer Werke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>In Deutschland dominiert der Sparkurs<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in Ungarn neue Hallen, neue Jobs und neue Perspektiven entstehen, l\u00e4uft in Deutschland ein umfassendes Sparprogramm. Mercedes-Benz hatte sich bereits <strong>2025<\/strong> mit dem Betriebsrat auf Ma\u00dfnahmen zur Kostensenkung verst\u00e4ndigt. Diese beinhalten auch Personalabbau.<\/p>\n\n\n\n<p>In Medienberichten war zuletzt von bis zu <strong>20.000 m\u00f6glicherweise wegfallenden Arbeitspl\u00e4tzen<\/strong> die Rede. Offiziell setzt der Konzern zwar auf sozialvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen und hat f\u00fcr die deutschen Standorte eine <strong>Besch\u00e4ftigungssicherung bis Ende 2034<\/strong> zugesagt. Dennoch zeigt die Entwicklung klar, wohin die Richtung geht: in Deutschland wird gestrafft, im Ausland wird erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Parallelbewegung ist f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte schwer vermittelbar. Einerseits verweist der Konzern auf langfristige Arbeitsplatzsicherung. Andererseits werden neue industrielle Chancen sichtbar au\u00dferhalb Deutschlands geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schwache Zahlen erh\u00f6hen den Druck auf den Konzern<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der strategische Umbau kommt nicht aus dem Nichts. Mercedes-Benz steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von <strong>132,2 Milliarden Euro<\/strong>. Das <strong>Ergebnis vor Zinsen und Steuern<\/strong>, also das <strong>EBIT<\/strong>, lag jedoch nur noch bei <strong>5,82 Milliarden Euro<\/strong>. Gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht das einem Einbruch von <strong>57 Prozent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon <strong>2024<\/strong> war das operative Ergebnis sp\u00fcrbar schw\u00e4cher ausgefallen als noch <strong>2023<\/strong>. Die aktuelle Zahlenlage verdeutlicht, dass Mercedes-Benz auf sinkende Ertr\u00e4ge mit einer sch\u00e4rferen Kostenpolitik reagiert. Investitionen werden gezielter gelenkt, Strukturen verdichtet und Produktionsnetzwerke neu verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Konzern ist das kein kurzfristiger Reflex, sondern Teil eines umfassenden Anpassungsprozesses in einer Branche, die sich technologisch und wirtschaftlich rasant ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Absatzr\u00fcckgang trifft vor allem China<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch bei den Verk\u00e4ufen blieb Mercedes-Benz hinter dem Vorjahr zur\u00fcck. Weltweit setzte der Konzern rund <strong>2,16 Millionen Pkw und Vans<\/strong> ab, darunter etwa <strong>1,8 Millionen Pkw<\/strong>. Das entsprach einem R\u00fcckgang von rund <strong>neun Prozent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders problematisch war erneut das Gesch\u00e4ft in <strong>China<\/strong>, dem wichtigsten Einzelmarkt des Unternehmens. Dort brach der Pkw-Absatz um <strong>19 Prozent<\/strong> ein. F\u00fcr einen Hersteller wie Mercedes-Benz ist das besonders belastend, weil China \u00fcber Jahre als Wachstumsmotor und Ergebnisst\u00fctze galt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Markt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung schw\u00e4chelt, steigen automatisch Druck und Handlungsbedarf an anderer Stelle. Genau deshalb gewinnen kosteneffiziente Standorte wie Kecskem\u00e9t zus\u00e4tzlich an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die industrielle Landkarte Europas verschiebt sich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Ausbau von Kecskem\u00e9t zeigt beispielhaft, wie sich die Produktionslandschaft in Europa ver\u00e4ndert. Automobilkonzerne verteilen ihre Kapazit\u00e4ten neu, orientieren sich st\u00e4rker an Kosten, Produktivit\u00e4t und politischen Standortvorteilen. Deutschland bleibt zwar Kernland der Industrie, doch das Wachstum findet zunehmend dort statt, wo g\u00fcnstiger produziert werden kann.Mercedes-Benz verbindet diese Entwicklung nun in besonders sichtbarer Form: <strong>mehr als eine Milliarde Euro<\/strong> f\u00fcr Ungarn, <strong>3.000 neue Jobs<\/strong> in Kecskem\u00e9t, ein neues Entwicklungszentrum und die Verlagerung der <strong>A-Klasse<\/strong>. Gleichzeitig stehen in Deutschland Sparprogramme, Rationalisierung und Stellenabbau im Mittelpunkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Milliardenausbau in Ungarn gewinnt an Tempo Der Autobauer Mercedes-Benz baut seinen Standort im ungarischen Kecskem\u00e9t massiv aus und setzt damit ein klares industriepolitisches Signal. W\u00e4hrend der Konzern in Deutschland auf Kostendisziplin und strukturellen Umbau setzt, flie\u00dft in Ungarn mehr als eine Milliarde Euro in zus\u00e4tzliche Fertigungskapazit\u00e4ten. 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