{"id":10263,"date":"2026-02-17T12:45:57","date_gmt":"2026-02-17T17:45:57","guid":{"rendered":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10263"},"modified":"2026-02-17T12:45:59","modified_gmt":"2026-02-17T17:45:59","slug":"deutsche-industrie-verliert-tempo-und-124-000-arbeitsplaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktiengurus.com\/?p=10263","title":{"rendered":"Deutsche Industrie verliert Tempo und 124.000 Arbeitspl\u00e4tze"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Besch\u00e4ftigung sinkt schneller, Ums\u00e4tze seit zehn Quartalen schw\u00e4cher<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Abw\u00e4rtsdruck auf Deutschlands Industrie h\u00e4lt an \u2013 und er wird sichtbarer in zwei Kennziffern zugleich: Besch\u00e4ftigung und Erl\u00f6se. Laut einer Analyse der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft <strong>EY<\/strong> wurden im Jahr <strong>2025<\/strong> in der deutschen Industrie <strong>124.000 Stellen<\/strong> gestrichen. Das entspricht einem R\u00fcckgang von <strong>2,3 Prozent<\/strong>. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Personalabbau damit deutlich kr\u00e4ftiger aus; er lag nahezu doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Jahresende waren noch rund <strong>5,38 Millionen<\/strong> Menschen in der Industrie besch\u00e4ftigt. Der l\u00e4ngerfristige Trend verst\u00e4rkt die Aussage: Seit <strong>2019<\/strong> sind insgesamt <strong>266.200 Jobs<\/strong> weggefallen \u2013 ein Minus von <strong>4,7 Prozent<\/strong>. Parallel dazu zeigt sich die konjunkturelle Schw\u00e4che in den Ums\u00e4tzen: Die Unternehmen verzeichneten zuletzt das <strong>zehnte Quartal in Folge<\/strong> mit r\u00fcckl\u00e4ufigen Erl\u00f6sen. Damit wirkt die Entwicklung weniger wie eine kurze Schwankung, sondern wie eine anhaltende Phase der Schrumpfung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Autobranche tr\u00e4gt den gr\u00f6\u00dften Anteil der Jobverluste<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders stark trifft der Stellenabbau die Automobilindustrie. Allein im Jahr <strong>2025<\/strong> gingen dort rund <strong>50.000 Arbeitspl\u00e4tze<\/strong> verloren. Seit <strong>2019<\/strong> summiert sich das Minus auf <strong>mehr als 111.000 Stellen<\/strong>. In der Besch\u00e4ftigung entspricht das einem R\u00fcckgang von <strong>13 Prozent<\/strong> \u2013 rechnerisch ist damit <strong>jeder siebte Arbeitsplatz<\/strong> in der Autobranche verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Gr\u00f6\u00dfenordnung ist f\u00fcr eine Kernindustrie von hoher Bedeutung, weil sie nicht nur Hersteller betrifft, sondern h\u00e4ufig auch die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette von Zulieferern bis Dienstleistern in den Regionen. Wenn die Besch\u00e4ftigung \u00fcber Jahre in dieser Tiefe sinkt, ver\u00e4ndert das Strukturen dauerhaft: Teams werden verkleinert, Kapazit\u00e4ten zur\u00fcckgefahren, und Projekte werden st\u00e4rker priorisiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Maschinenbau mit deutlichem Minus \u2013 kein Industriezweig baut netto auf<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch au\u00dferhalb der Autobranche sind die Einschnitte sp\u00fcrbar. Im Maschinenbau gingen innerhalb eines Jahres rund <strong>18.700 Stellen<\/strong> verloren. Auff\u00e4llig ist dabei ein Befund, der die Breite der Belastung unterstreicht: <strong>2025 entstanden in keiner der untersuchten Industriebranchen neue Arbeitspl\u00e4tze<\/strong>. Es gab also keinen Bereich, der den Abbau in anderen Sparten durch Netto-Zuw\u00e4chse kompensieren konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit verschiebt sich die Lage von einer sektoralen Krise hin zu einer breiteren industriellen Schw\u00e4che. Wenn \u00fcber mehrere Branchen hinweg Stellen abgebaut werden, wird die Anpassung schwerer abzufedern \u2013 auch, weil Wechselm\u00f6glichkeiten zwischen Teilbereichen begrenzt sind und regionale Arbeitsm\u00e4rkte oft stark von einzelnen Industrien gepr\u00e4gt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erl\u00f6se: 537 Milliarden Euro im Quartal, Minus setzt sich fort<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Umsatzentwicklung zeigt die wirtschaftliche Seite des Problems. Im <strong>vierten Quartal 2025<\/strong> erwirtschafteten Industrieunternehmen <strong>537 Milliarden Euro<\/strong> \u2013 <strong>1,4 Prozent<\/strong> weniger als im Vorjahresquartal. Damit war es bereits das <strong>zehnte Quartal hintereinander<\/strong> mit r\u00fcckl\u00e4ufigen Ums\u00e4tzen. Auf das Gesamtjahr gerechnet sanken die Erl\u00f6se um <strong>1,1 Prozent<\/strong>, nachdem sie <strong>2024<\/strong> bereits um <strong>3,4 Prozent<\/strong> nachgegeben hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders deutlich wird der R\u00fcckgang bei der realen Betrachtung: Inflationsbereinigt liegt das Minus f\u00fcr die Jahre <strong>2023 bis 2025<\/strong> laut EY bei <strong>nahezu zehn Prozent<\/strong>. Das bedeutet, dass sich der Substanzverlust nicht nur auf dem Papier zeigt, sondern auch in der tats\u00e4chlichen wirtschaftlichen Leistung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unterschiede zwischen Branchen: Einige stabilisieren sich, andere fallen weiter<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht alle Industriezweige entwickeln sich gleich schwach. Besonders problematisch werden <strong>Autoindustrie<\/strong>, <strong>Papierindustrie<\/strong> und <strong>Textilindustrie<\/strong> beschrieben. In der <strong>Metallbranche<\/strong> und der <strong>Elektroindustrie<\/strong> gab es zuletzt leichte Zuw\u00e4chse \u2013 allerdings vor dem Hintergrund, dass diese Bereiche in den Jahren zuvor teils starke R\u00fcckg\u00e4nge verkraften mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Differenzierung \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass die Gesamtrechnung negativ bleibt: Wenn gro\u00dfe Sektoren weiter deutlich zur\u00fcckgehen, reichen kleinere Gegenbewegungen einzelner Branchen nicht aus, um Besch\u00e4ftigung und Umsatz auf Gesamtindustrieebene zu stabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Insolvenzen nehmen zu: 1.483 F\u00e4lle bis November 2025<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Krise zeigt sich zudem in einer steigenden Zahl von Insolvenzen. Von <strong>Januar bis November 2025<\/strong> meldeten <strong>1.483 Industrieunternehmen<\/strong> Insolvenz an \u2013 ein Anstieg um <strong>11 Prozent<\/strong> gegen\u00fcber dem Vorjahr. Ein solches Niveau wurde in der Industrie zuletzt <strong>2013<\/strong> erreicht. Seit <strong>2021<\/strong> hat sich die Zahl der Insolvenzen von Industrieunternehmen laut EY nahezu <strong>verdoppelt<\/strong>.EY-Manager <strong>Jan Brorhilker<\/strong> bewertet die Lage klar und sagt w\u00f6rtlich: <strong>\u201eDie deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise.\u201c<\/strong> Zudem wird betont, dass ohne einen sp\u00fcrbaren Aufschwung weitere Stellenstreichungen auch <strong>2026<\/strong> wahrscheinlich bleiben. Damit steht die Industrie vor der Herausforderung, in einem schwachen Umfeld gleichzeitig Kosten zu kontrollieren, Investitionen zu sichern und Besch\u00e4ftigung zu stabilisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besch\u00e4ftigung sinkt schneller, Ums\u00e4tze seit zehn Quartalen schw\u00e4cher Der Abw\u00e4rtsdruck auf Deutschlands Industrie h\u00e4lt an \u2013 und er wird sichtbarer in zwei Kennziffern zugleich: Besch\u00e4ftigung und Erl\u00f6se. Laut einer Analyse der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft EY wurden im Jahr 2025 in der deutschen Industrie 124.000 Stellen gestrichen. Das entspricht einem R\u00fcckgang von 2,3 Prozent. 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